Bibelkunde

Aus Familienwortschatz
(Weitergeleitet von Christentum)

Bibelkunde heißt die Kenntnis der Inhalte der Heiligen Schriften der jeweiligen Glaubensgemeinschaft. Die hebräische Bibel, der Tanach, besteht aus den drei Hauptteilen Tora (auch Pentateuch genannt), den Nevi'im (Propheten) und den Ketuvim (Schriften). Das Wort „Bibel“ bedeutet ursprünglich „Papyrusrolle“ (eine alte Papierart - es gab noch keine Bücher); Altes Testament (vom lat. Wort für „Bund“) ist die christliche Bezeichnung für diese Bücher-Sammlung, die inzwischen zwei- bis dreitausend Jahre alt ist. Die Mischna hat im jüdischen Glauben ihre große Bedeutung als eine Überlieferungsform göttlicher Mitteilungen.

Das Neue Testament ist der zweite Bibelteil, vielleicht das wichtigere Schriftwerk, im und für das Christentum. Nicht dagegen im Judentum. Es enthält vor allem Erzählungen über Wort- und Tatzeugnisse von Jesus Christus (die 4 Evangelien) sowie einiger ausgewählter erster Jünger, insbesondere der Apostel. Diese Bücher-Sammlung ist etwa zwischen dem 2. und 6. Jhdt. unserer Zeitrechung entstanden.

Einführung

Die hebräische Bibel, der Tanach, besteht aus den drei Hauptteilen Tora (Weisung), Nevi'im (Propheten) und Ketuvim (Schriften). Der Tanach ist nach den drei Anfangsbuchstaben dieser drei Hauptteile benannt und wurde zuerst überwiegend in Hebräisch, kurze Passagen auch in Aramäisch verfasst. Die Sammlung der mündlich überlieferten Geschichten, ihre schriftliche Fixierung und die redaktionelle Überarbeitung der Einzelbücher verlief über mehr als tausend Jahre bis zur Kanonisierung im Judentum um das Jahr 135 unserer Zeitrechnung.

Hellenistisch (griechisch) geprägte Juden hatten den Tanach bereits seit dem 4. Jahrhundert vor Chr. ins Griechische übersetzt. Altes Testament (abgekürzt AT; vom lat. Wort testamentum für „Bund“) wurde seither die christliche Bezeichnung für diese ins Griechische übertragene jüdische Sammlung biblischer Bücher.

Die Mischna ist eine zweite Linie von religiösen Ordnungen im jüdischen Glauben. Sie leitet sich danach auch aus Offenbarungen Gottes ab.

Das Neue Testament (abgekürzt NT) der christlichen Bibel ist das zweite, vielleicht das wichtigere Schriftwerk im Christentum. Es enthält vor allem Erzählungen über Wort- und Tatzeugnisse von Jesus Christus (die Evangelien) sowie einiger ausgewählter erster Jünger Jesu, insbesondere der Apostel. Daneben stehen dort Briefe der Apostel an Christengemeinden sowie eine prophetische Apokalypse (nach Johannes) (Endzeit-Weltuntergangsgeschichte).

Gemäß dem kirchlichen Kanon besteht das Neue Testament aus insgesamt 27 Schriften (zuletzt 1546 im Konzil von Trient vereinbart). Auch wenn das Wirken Jesu und seiner Jünger zunächst im aramäischen Sprachraum stattgefunden hat, sind die 27 Schriften des Neuen Testaments zunächst über Jahrhunderte ausnahmslos in griechischer Sprache verfasst worden. Bevor das Neue Testament zusammengestellt worden ist, waren die einzelnen Schriften in den Gemeinden unabhängig voneinander im Umlauf. Für 19 der 27 Bücher des Neuen Testaments war die Zugehörigkeit zum Kanon nie umstritten. Diese sind die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, die Paulusbriefe einschließlich der Pastoralbriefe und der 1. Brief des Johannes.

Die Texte des Neuen Testaments liegen in über 5000 unterschiedlich alten Handschriften vor, die in Griechisch geschrieben oder später wieder aus dem Griechischen übersetzt worden sind. Keine von Ihnen ist das direkte Original eines neutestamentlichen Autors. In einem über Jahrhunderte währenden Tradierungsprozess haben sich beim fortwährenden Kopieren Textvarianten (so genannte Lesarten) ergeben, die teils auf Schreib-, Hör- oder Verständnisfehler (vgl. Wahrnehmung) zurückgehen, teils bewusste Änderungen darstellen, weil dem damaligen Kopisten die Vorlage nicht (mehr) verständlich oder er mit dem Text nicht einverstanden war (Revision, bzw. Rezension).

Die Hauptquellen für das Novum Testamentum Graece (des griechischen Neuen Testaments) werden von den Herausgebern wegen ihres Alters und ihrer Wichtigkeit als ständige Zeugen bezeichnet. Dazu gehören vor allem überlieferte Handschriften in griechischer Sprache: die Papyri P45, P66 und P75 (2.-3. Jhdt.), der Codex Vaticanus B (4. Jhdt.), der Codex Sinaiticus (4. Jhdt.) und der Codex Bezae (auch D oder Codex Bezae Cantabrigiensis genannt, 5./6. Jhdt.). Neben Handschriften in Griechisch zählen auch alte Übersetzungen vor allem ins Lateinische, Koptische oder Syrische zu den wichtigen Quellen der neutestamentlichen Texttradition.


Auch der Islam (Artikel bei Wikipedia) erkennt prinzipiell die ganze Bibel als ein gültiges Offenbarungszeugnis Allahs an. Der Koran steht für Muslime aber in Zweifelsfällen als letzte Offenbarung durch den Propheten dieser Glaubensgemeinschaft darüber. Umgekehrt hat der Koran für Christen nicht diese Bedeutung.


Die Kenntnis der Inhalte der Heiligen Schriften dieser Glaubensgemeinschaften ist bei deren Angehörigen sehr unterschiedlich ausgeprägt. In allen drei großen Glaubensgemeinschaften gibt es Personen, die große Teile auswendig beherrschen. Vor dem Zeitalter des Buchdrucks und der Computer war dies die häufigste Form der Weitergabe der heiligen Texte, denn Abschriften waren sehr teuer und konnten nur von wenigen gelesen werden. Im Christentum ist die Kenntnis der Inhalte der einzelnen Bibelabschnitte unter der Überschrift Bibelkunde oder Bibelstudium nur bei einem zahlenmäßig kleinen Teil der inzwischen weiter unterteilten Glaubensgemeinschaften verbreitet. Das Theologiestudium (Artikel bei Wikipedia) befasst sich aber darüber hinaus auch mit der geschichtlichen Entstehung der Texte und deren Interpretationsmöglichkeiten.

Um zu einzelnen Bibelabschnitten kurze Zusammenfassungen erstellen / ergänzen zu können, folgt hier eine Übersicht. Die Verlinkung in den folgenden Abschnitts-Überschriften verweist auf die entsprechenden ausführlichen Artikel bei Wikipedia.

Bibel, Altes Testament

Die drei großen Abschnitte des Tanach / der Bibel sind der Pentateuch (Tora), die Geschichtsbücher und die Lehrbücher.

Zur Reihenfolge der Namen in den folgenden Abschnitts-Überschriften: Die Einzelbücher des Tanach heißen im Hebräischen nach ihren ersten Worten; in der Kirchensprache Latein bezeichnet der Titel das Hauptthema des jeweiligen Buchs / bzw. nummerieren fortlaufend:

Tora

Das hebräische Wort bedeutet Weisung/Gebot; später auch Pentateuch, die 5 Bücher Mose genannt.

Bereshit („Im Anfang“) / Genesis („Schöpfung, Ursprung“ / 1. Buch Mose)

Die Schöpfung, Adam und Eva, Noach - Arche Noah, Turmbau zu Babel; Abraham

Schemot („Die Namen“) / Exodus („Auszug“)“ / 2. Buch Mose)

Die Israeliten in Ägypten (Kapitel 1-4); Mose und Aaron vor dem Pharao (Kapitel 5-13); Rotes Meer (Kapitel 13-15); Wüste (Kapitel 16-18); am Sinai, die Zehn Gebote (Kapitel 19-23); Bundeslade, Priesterstand (Kapitel 24-31); das goldene Kalb (Kapitel 32-34); Bundeslade und Zelttempel (Kapitel 35-40)

Wajikra („Und er rief“) / Levitikus („Priesterschrift“)“ / 3. Buch Mose)

Opfergaben (Kapitel 1-7); Aarons Priesterweihe (Kapitel 8-10); Rituelle Reinheitsgebote (Kapitel 11-15); Jom Kippur (Kapitel 16); heilige Lebensweise

Bemidbar („In der Wüste“) / Numeri („Zahlen“)“ / 4. Buch Mose)

Vorbereitung auf die Wanderung (Kapitel 1-4); Gesetze (Kapitel 5-6); Heiliges Zelt (Tempel, Kapitel 7-9); Zug durch die Wüste (Kapitel 10-12); Vierzig Jahre in der Wüste (Kapitel 13-15); Korach (Kapitel 16-17); Vorschriften für die Priester (Kapitel 18-19); Aarons Tod, Wanderung durch die Wüste (Kapitel 20-22); Bileam (Kapitel 22-24); Moabiter, zweite Volkszählung (Kapitel 25-26); Moses Nachfolge (Kapitel 27-30), Midianiter (Kapitel 31), Kanaaniter (Kapitel 32-)

Devarim („Die Worte“) / Deuteronomium („Zweites Gesetz“)“ / 5. Buch Mose)

Der Talmud behandelt die Unterschiede zu den ersten vier Büchern unter der Annahme, dass einiges (etwa der Bericht von Moses Tod und Beisetzung) wahrscheinlich später von Moses Nachfolger Josua hinzugefügt worden sei.

Kapitel 1 bis 4
Kapitel 5 bis 26

Das Schma Israel Kapitel 6,4 folgende (Höre Israel!) beinhaltet das Bekenntnis zur Einzigkeit Gottes sowie das Glaubensbekenntnis des Judentums. Weiteres zu Tempel in Jerusalem, Abgabe des Zehnten, dem Erlassjahr, Asyl. ALTES TESTAMANT ÜBER MUHAMMED. kapite 5 vers 16 >>> SEIN MUND IST SÜSS,dieser ist MUHAMMEDIM,dieser ist mein Freund und dieser ist freundlich OH ihr töchter JERUSÁLEMS

Kapitel 27 bis 30

Im Buch selbst wird die Autorenschaft Moses direkt behauptet (Kap. 1, Vers 1; Kap. 29, Vers 1; Kap. 31, Vers 1).

Kapitel 31 bis 34

Propheten (Nevi'im - Nebiim; Geschichtsbücher)

Als Propheten gelten im Judentum die vermuteten Autoren folgender Bücher: Josua, Richter, Samuel (1. Buch Samuel und 2. Buch Samuel), das Buch Könige (1. Buch der Könige und 2. Buch der Könige), Jesaja, Jeremia und Hesekiel (Ezechiel)

Buch Josua

Der Nachfolger Moses, Überquerung des Jordan, Einzug der Israeliten ins Land Kanaan; Verteilung des Landes an die 12 Stämme Israels und Josua erneuert den Bund mit Gott.

  • Große Propheten (unterschiedliche Nennungen und Zahl)
  • Tobit, Judith (auch als apokryph eingeordnete Bücher)

Schriften, Lehrbücher (Ketuvim)

Neben dem Psalter, einer Liedersammlung, stehen hier Sprichwörter, Buch Ijob (Hiob oder Job), Buch Rut, Hohelied, das Kohelet (Büchern der Weisheit, Prediger Salomo, auch Ekklesiastes), Klagelieder Jeremias, Buch Ester, Buch Daniel, Esra, Nehemia sowie die beiden Chroniken.

Die Psalmen

  • aus dem Psalter die Psalme 23 - der Psalm vom guten Hirten, 121 – ein Reisesegen, 139, 151

Deuterokanon

Apokryphen

Apokryphen oder apokryphe Schriften (vom griech. Wort für „verborgen“) werden Texte genannt, die in früheren Jahrhunderten als Irrlehre oder Fälschung ausgegrenzt worden waren: Weisheit, Jesus Sirach, Baruch, 1. Buch und 2. Buch der Makkabäer.

  • Die Äthiopische Bibel enthält darüber hinaus noch einige weitere apokryphe Bücher

Mischna, Talmud

Die Mischna (hebräisch für Wiederholung; sie wird in 6 „Ordnungen“ unterteilt) ist die wichtigste Sammlung religionsgesetzlicher Überlieferungen des rabbinischen Judentums. Sie bildet die Basis des Talmuds. Die mündliche Tora-Tradition wurde in der Folgezeit von einer jüdischen Gelehrten-Generation zur nächsten weiter auswendig gelernt und hat keinen direkten Eingang in die christliche Tradition gefunden. Der Talmud (hebräisch für Belehrung, Studium) ist nach dem Tanach das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Er umfasst die Mischna und ist darüber hinaus sehr umfangreich; vollständige Ausgaben kommen auf fast 10.000 Seiten in einem Dutzend Bänden. Es gibt verschiedene Traditionen des Talmud. Darin werden die Mischna-Sätze erklärt. Der erste Druck des Talmud stammt von Daniel Bomberg aus der Zeit etwas vor 1550 aus Venedig. Üblicherweise sind die einzelnen Textteile so angeordnet, dass sich die Mischna-Texte in der Mitte befinden. Links, rechts und unten werden sie von Kommentierungen umrahmt. Jede der sechs Mischna-Ordnungen ist in 7 bis zu 12 Traktate unterteilt.

Neues Testament

Die Evangelien

Matthäus

u. a. die Bergpredigt, Gleichnisse, das Vaterunser (6,9-13)

Markus

u. a. die Streitgespräche, Weg nach Jerusalem

Lukas

u.a. Täufers Johannes, Jesu Wirken in Galiläa, die berühmteste Fassung der Weihnachtsgeschichte (2,1-20), Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi.

Johannes

u. a. die Hochzeit zu Kana (2,1-11); Tempelreinigung (2,13-17); Heilung des Lahmen am Teich Bethesda in Jerusalem (5,1-47); Speisung der 5000 in Galiläa (6,1-71); Jesus und die Ehebrecherin (8,1-11); Auferweckung des Lazarus (11,1-46) und die Fußwaschung (13,1-15).

Die Apostelgeschichte

Eigentlich heißt dieses Buch des Neuen Testaments die Apostelgeschichte nach Lukas ( oder lateinisch Actus Apostolorum, wörtlich für die Taten der/durch die Apostel; auf englisch Book of Acts). Es ist in 28 Kapitel unterteilt.

Für die Datierung der Entstehung gibt es zwei Annahmen: die frühe Datierung um das Jahr 63 n. Chr. herum bzw. die späte, erst um das Jahr 80 bis etwa 90.

Inhalte sind das Kommen des Heiligen Geistes, die Urgemeinde in Jerusalem, die Bestellung von Armenpflegern (Diakonen), Verfolgungen der junge Christengemeinde, Beginn der Mission (Verbreitung der Evangelien; Paulus; Aufnahme von Nichtjuden, Antiochia), Flucht des Petrus, Missionsreisen von Paulus, Apostelkonzil, Athener Predigten, Ephesos, Paulus als Gefangener in Jerusalem, sein Schiffbruch und sein Wirken in Rom.

Die Briefe des Paulus

Es handelt sich um Briefe(Schriften) des Paulus an die Römer, die Korinther, die Thessalonicher (2 x) und die Gefangenschaftsbriefe (gefangen in Rom, Caesarea oder Ephesu an die Epheser, die Philipper, die Kolosser, an Philemon) und die Pastoralbriefe an Timotheus (2 x) und an Titus.

Der Brief an die Hebräer

Die katholischen Briefe

Jakobusbrief, 1. und 2. Petrusbrief, 1. bis 3. Johannesbrief, Judasbrief

Die Offenbarung des Johannes

Neutestamentliche Apokryphen

Bibelausgaben

Siehe auch und Weblinks

Literatur

  • Claus Westermann u. a: Calwer Bibelkunde. Abriß der Bibelkunde. Altes Testament. Apokryphen. Neues Testament , 1962, 2001 - 14. A.. ISBN 3766837141

Weblinks


Weblinks zu einelnen Büchern:


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