Doppelbild

Aus Familienwortschatz

Das Sehen von Doppelbildern auf einem Auge oder mit beiden Augen, obwohl in Wirkichkeit nur ein Gegenstand beobachtet wird, ist in der Regel ein Symptom neurologischer Störungen oder hat seine Ursache in einem Augenleiden.

In der medizinischen Fachsprache Diplopie (aus dem Griechischn; Synonyme sind Doppelsehen, Doppelbilder) ist eine Störung des Binokularsehens, die die Wahrnehmung identischer Objekte an verschiedenen Orten im Raum zur Folge hat. Sie wird in aller Regel bei einem schielenden Auge durch die Projektion von Sehdingen auf Netzhautstellen ausgelöst, die eine unterschiedliche Raumlokalisation zu denen aufweisen, auf denen das Objekt am nicht schielenden Auge abgebildet wurde. Je nachdem, welche Augenmuskeln betroffen sind, kann die Lage von Doppelbildern horizontal, vertikal oder verkippt sein. Zudem kann ihr Abstand in Abhängigkeit von der Blickrichtung stark variieren.

Mögliche Ursachen

Diplopie kann u. a. mit folgenden Krankheitsbildern einhergehen, die als ein zentrales Symptom eine Augenmuskelgleichgewichtsstörung aufweisen:

Wenn die Diplopie mit nur einem Auge wahrgenommen wird (monokulare Diplopie), können u. a. Hornhautveränderungen oder ein grauer Star der Grund hierfür sein.

Doppelbilder können in bestimmten Fällen und je nach Befund auf optischem Weg mit Prismen (Brille) korrigiert werden, was aber nicht deren auslösende Ursachen behandelt. Umgekehrt bedeutet dies, dass Doppelbilder auch durch Prismen ausgelöst werden können.

Eine weitere Form der Diplopie, die keinen pathologischen Hintergrund hat, nennt man physiologische Diplopie. Diese tritt auf, wenn sich auf der Netzhaut projizierte Objekte außerhalb der Grenzen des Panumareals befinden.

Weblinks

Literatur

  • Herbert Kaufmann: Strabismus. Unter Mitarbeit von W. de Decker u. a., Stuttgart: Enke, 1986, ISBN 3-432-95391-7


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(Stand 21. Nov. 2009)