Hypertonie

Aus Familienwortschatz

Definition: Hypertonie (griech. hyper = übermässig, oberhalb; tonus/tension = Spannung) ist in der Regel eine Nierenkrankheit und bedeutet Bluthochdruck. Meistens ist die arterielle Hypertonie gemeint.

Von einer Hypertonie spricht man, wenn der systolische Blutdruck-Wert dauerhaft höher als 140 mmHg ist oder diastolische Werte von 90 mmHg und darüber erreicht werden.

Ursache

Eine einzelne Ursache kann häufig nicht festgestellt werden (essentielle oder idiopathische Hypertonie), zuvor müssen jedoch mögliche Nierenerkrankungen (renale Hypertonie) oder hormonelle Erkrankungen ausgeschlossen werden.


Begünstigende Faktoren sind:

  • häufiger und übermässiger Alkoholkonsum
  • hoher Salzkonsum
  • Übergewicht
  • familiäre Neigung
  • Stress
  • Nikotinkonsum

Im höheren Alter steigt auch der Blutdruck an, doch auch bei älteren Menschen sollte der Blutdruck stets niedrig gehalten werden.

Hypertonie geht häufig auch mit Diabetes mellitus (Typ II) einher.

Symptome

Subjektive Beschwerden können über lange Zeit fehlen. Die Symptome lassen sich vor allem auf die Auswirkungen der Hypertonie auf das Gehirn und das Herz zurückführen:

Komplikationen

  • Arteriosklerose (Verengung der Gefäße)
  • koronare Herzerkrankung
  • zerebrale Durchblutungsstörungen -> kann zu einem Schlaganfall (Apoplex) oder zu einem Herzinfarkt führen
  • es kann sich eine Aussackung an der Aortenwand, ein sogenanntes Aneurysma, bilden, aus dem es im Falle eines Risses (Ruptur) lebensgefährlich bluten kann.

Medikamentöse Behandlung

Zur Blutdrucksenkung werden Diuretika, Kalziumantagonisten, ß-Blocker und ACE-Hemmer eingesetzt. Häufig müssen verschiedene Medikamente individuell kombiniert werden, um den Blutdruck optimal einzustellen.

Pflegerische Maßnahmen

  • (Immer wieder) die Notwendigkeit der Therapie erklären, da häufig keine Beschwerden vorliegen. Dadurch die Compliance / Mitarbeit des Patienten fördern (Ernährung, Medikamenteneinnahme, RR-Kontrollen).
  • Wichtig! Durch die medikamentöse Senkung des Blutdrucks können auch Symptome wie Schwindel auftreten. Darüber sollte der Patient informiert werden, um die Compliance sicherzustellen, sonst kann es vorkommen, dass der Patient die Blutdruckmedikamente nach Eintreten von Nebenwirkungen selbst absetzt.
  • Salzarme Ernährung unterstützt die Blutdrucksenkung.
  • Alkohol nur in Maßen oder am besten ganz darauf verzichten (wirkt durchblutungssteigernd)
  • Übergewicht abbauen, z.B. durch mehr Bewegung (Sport)
  • Regelmäßige Blutdruckkontrollen durchführen
  • Aufregung und Überlastung meiden

Blutdruckwertbereiche laut WHO (in mmHg)

Klassifikation systolisch diastolisch
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
hochnormal 130 - 139 85 - 89
leichte Hypertonie (Schweregrad 1) 140 - 159 90 - 99
mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) 160 - 179 100 - 109
schwere Hypertonie (Schweregrad 3) >= 180 >= 110
isolierte systolische Hypertonie >= 140 < 90

Siehe auch

Weblinks



Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Gesundheitsthemen!