Judentum

Aus Familienwortschatz

Das Judentum gehört neben Buddhismus, Christentum, Hinduismus und Islam zu den fünf Weltreligionen. Es ist die älteste monotheistische Religion (= nur ein einziger Gott wird als solcher anerkannt).

Wichtiges für den Umgang/Pflege

Die folgenden religiösen Vorschriften sind vor allem für streng orthodoxe Gläubige verbindlich. Es gibt viele praktizierende Juden, die die Regeln nicht wortwörtlich umsetzen oder nur zum Teil. Für Pflegende ist es sicher von Vorteil, die Vorschriften zu kennen, aber im Einzelfall ist eine Absprache über die Anwendung unumgänglich. Auch geht die Erhaltung der Gesundheit selbst bei Strenggläubigen vor. Angehörige oder die jeweilige Jüdische Gemeinde sind da gerne behilflich.

  • Bestimmte Tiere (z.B. Schwein) nicht zum Essen anbieten, erlaubt ist das Fleisch von Wiederkäuern mit gespaltenen Hufen (z.B. Rind) sowie manches Geflügel oder Fisch. Das jeweilige Tier muss aber auf eine bestimmte Art geschlachtet worden sein.
  • Fleisch und Fisch dürfen nicht zusammen gegessen werden.
  • Wein und Getränke aus Trauben sind verboten, wenn sie nicht koscher (hebräisch für rein, einwandfrei) gekeltert bzw. zubereitet wurden.
  • Bitte nicht Milch(produkte) und Fleisch gemeinsam auf den Tisch stellen.


Dem gläubigen Juden sind tägliche Gebete vorgeschrieben. Der Sabbat ( Freitag- bis Samstagabend ) ist heilig, jegliche Arbeit (auch Zubereitung von Speisen) sowie die Verwendung bestimmter Energien ist verboten, weshalb ein streng gläubiger Jude unter Umständen die Notrufglocke im Krankenhaus oder Altenheim nicht verwendet und gehäuft spontan nach ihm geschaut werden sollte.

  • Frauen :
    • dürfen nicht von Männern gewaschen werden
    • dürfen nie ohne Kleidung liegen oder stehen
    • benötigen immer eine Kopfbedeckung, ersatzweise eine Perücke
    • müssen nach der Geburt und nach der Menstruation ein rituelles (Tauch-) Bad durchführen, die Mikwe (das entsprechende Wasserbecken ist häufig einer Synagoge angeschlossen).


  • Männer :
    • dürfen von beiden Geschlechtern gewaschen werden
    • dürfen nie ohne Kleidung liegen oder stehen
    • tragen immer eine Kopfbedeckung (Kippa), auch nachts oder bei dauerhafter Bettlägerigkeit
    • rasieren sich nie nass, sondern nur trocken
    • Bettlägerigen muss öfter das Händewaschen angeboten werden, mindestens vor jeder Mahlzeit und nach dem Aufstehen, da es eine rituelle Bedeutung hat. Während des Sabbats darf aktiv keine Körperpflege durchgeführt werden; Ausnahme: grobe Verschmutzung. Kranke dürfen zum Wohle ihrer Gesundheit von anderen gewaschen werden.
  • Abendgebet berücksichtigen
    • Duftlampen mit entspr. Düften anbieten
    • Zimmer nach Wünschen und Bedürfnissen des jüdischen Bewohners gestalten (z.B. unbedingt Kreuz entfernen).
  • Religion ist für viele Menschen das Fundament ihrer Lebensgestaltung. Für Schwerkranke und Sterbende gewinnt häufig der Wunsch, Frieden mit seinem Schöpfer oder einer spirituellen Macht zu schließen, an Bedeutung. Manchmal ist das Bedürfnis sich mit Gott und den Menschen auszusöhnen, stärker als die Sorge vor Siechtum, Schmerz und Unannehmlichkeiten. Der Wunsch, eine religiöse Handlung zu vollziehen, ist wichtiger als gewaschen zu werden oder Medikamente einzunehmen.
  • Besuch einer Synagoge organisieren
  • Jüdische Kulturvereine einladen
  • Mithilfe beim Organisieren von jüdischen Festen (Schawuot, Chanukka, Passa-Fest, Rosch-Haschana )

siehe auch

Literatur

  • Kandel, I.; Ritter, M. (2005) Stationäre Sackgasse. in Altenpflege 09-2005, S.58-60
  • Kronenstein, C. (2005) Pflege von Shoa-Überlebenden in jüdisch-christlichen Einrichtungen der stationären Altenpflege. In Nightingale 02-2005
  • Schwerpunktartikelserie der Altenpflege 2004: Jüdische Altenpflege
    • B. Bloch, E. Weitzel-Polzer (2004) "Bewahrer der Tradition" in Altenpflege 01-2004, S.38-41
    • A. Kellersmann(2004) "zwischen Trauma und Aufbruch" in Altenpflege 01-2004, S.42-43
    • M. Müller-Erichsen (2004) Viele reden gar nicht mehr in Altenpflege 01-2004, S.44
    • L. Friedmann, E. Weitzel-Polzer (2004) Die Biografie als Ballast in Altenpflege 01-2004, S.45-47
  • Steppe, Hilde: "... den Kranken zum Troste und dem Judenthum zur Ehre ..." Zur Geschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland. Frankfurt/ Main. 1997. ISBN 3929106361

Weblinks

www.hagalil.com: unter dem Stichwort Kaschruth findet man die Speisegesetze genau aufgeführt]

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