Blähungen

Aus Familienwortschatz
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Als Blähungen (Meteorismus) bezeichnet man umgangsprachlich unangenehme und manchmal sogar schmerzhafte Luftansammlungen im Darm. Unter dem Begriff "Blähung" (Flatulenz) werden umgangsprachlich auch häufig abgehende Darmwinde bezeichnet.


Meteorismus

Als Meteorismus oder Blähsucht, Blähungen wird eine übermäßige Gasansammlung meist im Dickdarm (Meteorismus intestinalis) bezeichnet. Die Ursache ist meistens eine vermehrte Gasproduktion im Dickdarm bei ballaststoffreicher und somit auch zellulosereicher Ernährung anzunehmen. Diese wird im menschlichen Darm durch die dort vorhandene Darmflora zum Teil abgebaut, was zur Bildung von bis zu 11 Litern Wasserstoff pro Tag führen kann. Dieses Gas wird von anderen Bakterien, sogenannten Methanbildnern in bis zu 2-4 l Methan pro Tag verarbeitet. Das entstandene Gas kann entweder über die Darmwand ins Blut aufgenommen und schließlich abgeatmet werden, als sog. "Wind" entweichen oder zu einer Auftreibung des Abdomens und zu einem Zwerchfellhochstand führen, was bei der Perkussion einen charakteristischen, dem Schlagen einer Trommel ähnlichen Ton ergibt.

Ob Menschen, die über vermehrte Blähungen klagen, tatsächlich mehr Gase produzieren oder nur empfindlicher reagieren, kann meist nicht geklärt werden. Die meisten Patienten mit "Blähungen" leiden unter Aufstoßen, Völlegefühl und Flatulenz oder weisen eine echte Auftreibung des Abdomens auf. Die Beurteilung jedes dieser Symptome erfordert eine sorgfältige, ins Detail gehende Anamnese, wobei man versuchen sollte, das Symptom mit den Lebensgewohnheiten des Patienten, seiner Ernährung und seiner Auffassung von Krankheit in Beziehung zu setzen. Die körperliche Untersuchung sollte durchgeführt werden, wenn der Patient das Vollbild der Beschwerden bietet, um eine tatsächlich abdominelle Auftreibung von einem Völlegefühl trennen zu können. Im übrigen ist die Untersuchung nur von Nutzen, wenn ein positiver Befund (raumfordernder Prozeß, Hämoccult-positive Stuhlprobe) nachweisbar ist.

Die naheliegendste Ursache von Aufstoßen ist beinahe immer das unbewußte Schlucken von Luft. In seltenen Fällen ist Aufstoßen das führende Symptom einer bakteriellen Überwucherung im Magen (z.B. bei gastrokolischen Fisteln) oder einer Giardiasis; diese Krankheitsbilder gehen jedoch in der Regel mit einer Diarrhö und einem Gewichtsverlust einher. Gelegentlich entdecken Patienten mit einer Refluxösophagitis, daß sich ihre Beschwerden durch wiederholtes Schlucken lindern lassen; eine detaillierte Beurteilung in bezug auf Sodbrennen ist also wichtig. Die einzige effektive Behandlung einer Aerophagie besteht in der Anleitung und Beruhigung des Patienten. Als hilfreich kann es sich erweisen, den Patienten über den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Luftschlucken und Aufstoßen anhand einer praktischen Demonstration aufzuklären.

Steht fest, daß bei dem Patienten keine wirkliche Auftreibung des Abdomens vorliegt, so konzentriert man sich bei der initialen Abklärung von Völlegefühl und Flatulenz darauf, häufige, leicht behebbare Ursachen für diese Symptome der Reihe nach auszuschließen. Sorgfältigen Studien zufolge ist Wasserstoff, der während der bakteriellen Spaltung gärungsfähiger Substanzen gebildet wird, die einzige Ursache für eine vermehrte Gasansammlung im Rektum. In den allermeisten Fällen wird dies durch eine Malabsorption aufgenommener Kohlenhydrate hervorgerufen, wie z.B. von Laktose oder Fruktose, Zuckeraustauschstoffen wie Xylit und von Raffinose oder Stachyose in Bohnen. Außerdem wird praktisch bei allen gesunden Individuen ein beträchtlicher Anteil von Nahrungsmitteln, die aus Mehl zubereitet wurden, das Gluten enthält, schlecht resorbiert. Bei Touristen oder Patienten, die in entsprechenden Endemiegebieten leben, sollte eine Giardiasis ausgeschlossen werden.

Ist eine echte abdominelle Auftreibung Manifestation einer organischen Erkrankung des Gastrointestinaltrakts, so tritt dieses Symptom am häufigsten 1-2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme auf und zeigt im Lauf des Tages eine fortschreitende Verschlimmerung. Es erweist sich bei diesen Patienten als hilfreich, die Untersuchung vorzunehmen, wenn die Symptome voll ausgeprägt sind, da sichtbare Darmsteifungen oder eine starke Auftreibung mit Tympanie in Zusammenhang mit dem Nachweis von Gas-Flüssigkeit-Spiegeln bei der Abdomenübersichtsaufnahme im Stehen auf eine Obstruktion oder eine Pseudoobstruktion des Darms hinweisen.

Gelingt es nicht, durch eine Kost, bei der bestimmte blähende Nahrungsmittel der Reihe nach ausgeschlossen werden, das Völlegefühl oder die Flatulenz unter Kontrolle zu bringen, so handelt es sich bei diesen Symptomen aller Wahrscheinlichkeit nach um Manifestationen einer funktionellen Darmerkrankung oder um Zeichen einer ungewöhnlich verlaufenden Malabsorption oder intestinalen Obstruktion. Eine funktionelle Erkrankung ist anzunehmen, wenn die Symptome seit längerem bestehen und ein Zusammenhang mit den Stuhlgewohnheiten ersichtlich wird, wenn die Beschwerden den Patienten nicht aus dem Schlaf wecken und Fieber, Gewichtsverlust oder pathologische Laborbefunde fehlen.

Flatulenz

Als Flatulenz bezeichnet man das vermehrte Abgehen von im Darm entstehenden oder transportierten Gasen wie z.B. Methan, Kohlendioxid oder Schwefelwasserstoff als Flatus über den After. Wer mehr als 20 mal am Tag Gas verliert oder insgesamt mehr als zwei Liter, der leidet an Flatulenz.


Flatus

Der Flatus (Darmwind) wird umgangssprachlich auch als "Pups" oder "Furz" bezeichnet.

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