Polyethylenglykol

Aus Familienwortschatz

Polyethylenglykol (kurz PEG) ist ein je nach Kettenlänge flüssiges oder festes, chemisch inertes und untoxisches Polymer, das sowohl in der Medizin, als auch in der zellbiologischen Forschung und Industrie eingesetzt wird. Die Grundeinheit einer linear gebauten PEG-Kette besteht aus Monomeren (-CH2-CH2-O-) mit einer Molmasse von 44, weshalb alle vorkommenden PEG-Derivate aus ganzzahligen Vielfachen dieser Molmasse bestehen. Chemisch handelt es sich um einen Polyether des zweiwertigen Alkohols Glycol (Ethandiol). PEG ist in verschiedenen Medikamenten enthalten und gilt als absolut sicher und ungefährlich.

PEG wird in verschiedenen Bereichen der Gastroenterologie angewendet. Die Substanz wird unter anderem zur Reinigung des Darmes bei der Koloskopie eingesetzt. Der "Goldstandard" bei der Vorbereitung ist 4 l Polyethylenglykol-Elektrolyt-Lösung (PEG-EL).

Ein weiteres Anwendungsfeld für PEG erschließt sich derzeit möglicherweise bei der Notfallbehandlung von Wirbelsäulenverletzungen. Im Rahmen einer Studie an der Purdue-Universität in West Lafayette, wurden 19 Hunde mit schweren Wirbelsäulenverletzungen zusätzlich zu der Standardbehandlung (u.a. Injektionen mit Steroiden, Physiotherapie und die operative Entfernung von Knochensplittern aus der Wirbelsäulengegend) noch mit Injektionen von PEG behandelt. Die Substanz wurde innerhalb von 72 Stunden nach der Verletzung verabreicht. Im Vergleich zu Tieren, die nur die Standardbehandlung erhielten, erholten sich die Tiere wesentlich schneller und umfangreicher: nach Abschluss der Behandlung waren 75 % der Tiere wieder voll bewegungsfähig. Rechtzeitig injiziert, scheint das Polymer die Nervenzellen vor irreparablem Schaden zu schützen und die Tiere damit vor einer Querschnittlähmung zu bewahren. Derzeit ist noch nicht genau geklärt, wie PEG diese Schutzwirkung vermittelt. Dennoch erschließen sich hier möglicherweise auch für die Behandlung von Menschen neue Perspektiven.

Die Substanz ist außerdem interessant, da sie in einer Konzentration von 15-20 % antibakterielle Wirkung zeigt. Einzelne Arbeiten berichten über eine Schutzwirkung auf die Darmschleimhaut vor bakterieller Invasion.


Literatur

  • R. Ronger: Z. Gastroenterol, 2004, 42:493-494


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