Reggiopädagogik

Aus Familienwortschatz

Die Reggio-Pädagogik oder die hundert Sprachen der Kinder...

Von einer der 21 Regionen in Italien leidet sich der Name dieser Pädagogik ab. Die Region heißt Emilia-Romagna und liegt in der Po-Ebene zwischen Bologna und Mailand. In 20 kommunalen Kindertagesstätten und 13 Krippen verbringen mittlerweile Pädagogen und Forscher aus der ganzen Welt Zeit, um zu aktiv von den Kindern zu lernen.

Zu schwer, zu viel, zu hoch oder zu tief gibt es hier nicht. Die Räumlichkeiten funktionieren als 3. Erzieher und laden ein aktiv, krativ, forschend und experimentierend tätig zu sein. Jede Einrichtung funktioniert wie eine eigenen kleine Stadt und in der Mitte befindet sich die Piazza (Marktplatz) von denen man die "Orte" (Ateliers, Kreativräume, Werksstätten, Denk-Ecken und Bewegungsräume) erkennen kann.

Die Räume sind mit Materialien, wie Lehm, Gips, Holz, Papier und Werkzeugen, wie Feilen, Sägen und Hämmer angereichert, um den Kindern die Möglichkeit zu geben sich mitzuteilen und auszudrücken. Die hundert Sprachen der Kinder meint, dass man Kinder nicht allein auf das gesprochene Wort reduzieren soll sondern jedes vom Kind angenommene Mittel als Sprache versteht mit dem es sich ausdrückt und "spricht".

Reggio-Pädagogik erkennt man in der Gestaltung der Räume und teilweise schon im Bau der Einrichtung. Die ErzieherInnen beobachten und dokumentieren akribisch Dialoge, Situationen, Spielhandlungen und Reaktionen. Das Handeln der Kinder steht im Mittelpunkt. Sie greifen alles, was die Kinder von sich geben auf, reflektieren es und geben es (teilweise verändert bzw. abgewandelt) an die Kinder zurück. Außerdem reflektieren sie sich, die Beobachtungen und eigenen Erfahrungen regelmäßig im Team. Fragen wie: Welche Themen beschäftigen die Kinder gerade? Warum haben sie diese Anregung aufgenommen, die anderen aber nicht? Wie kann ich dieses oder jenes Kind dazu bringen, sein Projekt in seinem Sinne weiter zu entwickeln? stehen im Mittelpunkt.