Fernstudium

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Ein Fernstudium führt wie ein reguläres Präsenzstudium zu einem akademischen Abschluss. Idealerweise kann ein Fernstudium ortsunabhänig absolviert werden. In der BRD ist die Fernuniversität Hagen der bekannteste Anbieter von Fernstudiengängen. Leider ist dort die Pflegewissenschaft 2005 nicht besetzt. siehe: Pflegestudium

Fernstudium: pro und Contra

Ein Fernstudium ist nötig, wenn der Einkommensausfall durch ein Vollzeitstudium nicht verkraftet werden kann, oder in erreichbarer Nähe kein passendes Studienangebot zu finden ist.

Für ein Fernstudium sind die Studiengebühren in der Regel höher. Die damit auch bezahlten Studiennmaterialien sollten allerdings die Kosten für Bücherkäufe in Grenzen halten. Kostengünstig ist ein Fernstudium, weil es in der Regel mit Normalarbeitsplätzen zu vereinbaren ist. Zeitaufwand und Kosten für die täglichen Fahrten zur Uni entfallen. Hilfreich für das Distanz Lernen eine Bibliothek in der Nähe die eine schnelle und kostengünstige Bearbeitung von Anfragen an die Fernleihe gewährleistet (was viele MitarbeiterInnen von Stadtbibliotheken mit Freude machen). Aufwendig bearbeitete Studienmaterialien geben verbindliche Auskunft zu dem, was für die Prüfungen erwartet wird. Das erleichtert die Prüfungsvorbereitung, macht überraschende Prüfungsfragen und kreative Bewertungen durch Lehrende weniger wahrscheinlich. Viele Fernstudiengänge verlangen Präsenzzeiten, das kostet in der Regel Geld für die Unterkunft ... (im November auf dem Campingplatz zu nächtigen wäre sicher nicht förderlich für den Studienerfolg). Nicht nur für Präsenz-, sondern auch für Prüfungszeiten muss es möglich sein einen Dienstplan anzupassen. Da das Studium mehrere Jahre dauern wird, sollte Verständnis des Arbeitsgebers schriftlich zugesichert werden.

Beim Fernstudium ist der Kontakt zu Mitstudierenden selten von Angesicht zu Angesicht möglich. Die meisten Unis bieten Mail und Chat Systeme an. Es ist wichtig vorher zu prüfen, in welchem Umfang diese Angebote von real-existierenden Studierenden genutzt werden. Es besteht die Chance in einem Forum-/Chatsystem das funktioniert, zu fast jeder (Detail-)Frage des Studiums innerhalb von 24 Stunden eine hilfreiche Antwort zu bekommen oder Diskussionstermine auch für Gruppen zu vereinbaren. Wechselnde TeilnehmerInnen bringen immer wieder neue Aspekte auf den Tisch. Chatprotokolle können die Prüfungsvorbereitung sehr erleichtern.

Allgemeine und fachliche Studienberatung ist für viele Fernstudiengänge ein zentraler Punkt ihrer Werbung. eMail Anfragen innerhalb von 24 Stunden zu beantworten, die Zuweisung persönlicher "TutorInnen", eine Telefon-Hotline die auch am Samstag (an dem die meisten Fernstudierenden ihre Arbeit machen) zu erreichen ist ... das alles sollte die Uni verbindlich zusichern. Das Fernstudium kostet sehr viel Selbstdisziplin. Nur wenige Menschen schaffen tatsächlich so viel wie sie sich vorgenommen haben, wenn sie mit Laptop im Strandcafe sitzen. Wer den Abschluss schafft hat auch ein hohes Maß an Talent für Arbeitsorganisation und Durchhaltevermögen bewiesen. Das wird hin und wieder bei Einstellungen honoriert.

Das Fernstudium ist sehr flexibel. Man kann an den Wochentagen, zu den Tageszeiten studieren die einem passen ... so lange man sein Wochenpensum erfüllt.

Alternativ

Die britische Open University bietet englischsprachige Fernstudiengänge, die ohne Präsenzzeiten auskommen. Nur ein bis drei Prüfungen pro Jahr müssen in Studienzentren in der BRD geschrieben werden. Die Studiengänge sind modular aufgebaut und können so an berufliche Belastungen angepasst werden.

Präsenzstudium

Die Präsenzuni kostet auch: Studiengebühren, Immatrikulationsgebühren und Sozialbeiträge erreichen leicht 700 € pro Semester. Dazu kommen Bücher und Fahrtkosten. Der Zeitaufwand um Seminare pünktlich zu erreichen ist nicht zu verachten. Muss neben dem Studium gearbeitet werden, ist die Anpassung der Arbeits- an die Studienzeiten oft schwierig. Nach einer Nachtschicht zum Seminar zu gehen ist nicht nur ungesund, sondern meist auch wenig fruchtbar.

Die Lehrenden an der Präsenzuni haben manchmal Schwierigkeiten verbindliche Auskünfte über Prüfungsthemen und Bewertungsmassstäbe zu geben. Studierende berichten von bösen Überraschungen und manchen persönlichen Animositäten. Dagegen anzugehen ist in der Regel aussichtslos.

Der Kontakt zu Mitstudierenden von Angesicht zu Angesicht braucht seine Zeit, ist im Rahmen von Gruppenarbeit aber oft Pflichtteil des Studiums. Die Benotung und der Aufwand hängen dann sehr von den einzelnen Gruppenmitgliedern ab.

Allgemeine und fachliche Studienberatung ist an vielen Fakultäten an sehr beschränkte Sprechzeiten gebunden. Manche Lehrende machen es zu einem Glücksspiel, sie anzutreffen. Qualität und Verbindlichkeit der Beratung hängen sehr von den Einzelpersonen ab. Im Unterschied zu vielen Fernstudienangeboten gibt es in der Regel keine schriftlichen und dadurch einklagbaren Auskünfte.


Weblinks

Siehe auch