Menarche

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Die Menarche ist der Zeitpunkt der ersten Menstruationsblutung bei jungen Frauen / Mädchen in der Pubertät. Der medizinische Begriff Menarche setzt sich aus den griechischen Wörtern mên für „Monat“ und archê für „Anfang“ zusammen. Das E am Wortende wird im Deutschen nicht ausgesprochen und die Betonung liegt auf der ersten Silbe.

Die Menarche findet gegen Ende der pubertären Entwicklung statt, signalisiert jedoch nicht eindeutig die Gebär- oder Reproduktionsfähigkeit (ovulatorischer Zyklus - die Entstehung von befruchtungsfähigen Eizellen), da es sich bei den ersten Regelblutungen meist um anovulatorische Hormonentzugs-Blutungen handelt. Das heißt, es kommt nicht zu einem Eisprung. Ein regelmäßiger Ovulationszyklus und damit die Fähigkeit schwanger zu werden, tritt meist anderthalb bis zwei Jahren nach der Menarche ein.

Schwankungen im Zeitpunkt des Eintrittes

Die Menarche ist als diskretes Merkmal für die Entwicklungsbeschreibung der Pubertät besonders geeignet, wie etwa die Spermarche bei Jungen. Der Zeitpunkt ist abhängig von ethnischen, geografischen, individuellen und ernährungsphysiologischen Faktoren.

Für Mädchen beträgt die Zeitspanne zwischen dem Auftreten erster Pubertätsmerkmale (Schamhaar- und Brustwachstum) und der Menarche im Mittel zwischen 2,2 und 2,7 Jahren, kann jedoch interindividuell zwischen weniger als einem Jahr und mehr als sechs Jahren schwanken. In Deutschland findet die Menarche bei den meisten Mädchen etwa zwischen dem 10. und 16. Lebensjahr statt. Im 19. Jahrhundert war der Zeitpunkt noch zwei Jahre später. Diese drastische Verschiebung des Zeitpunkts der Menarche trat um 1850 zum ersten Mal auf. Seitdem findet sie durchschnittlich jedes Jahrzehnt drei bis vier Monate früher statt.

Die Unterschiede im Reifealter zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen erscheinen primär als Resultat von Umweltbedingungen und spezifischen Ernährungsmustern. Es kommen hygienisch-sanitäre oder medizinische Kultur-Bedingungen hinzu. So zeigte sich beispielsweise, dass in Europa und den USA das Menarchealter zwischen 11,5 und 14,5 Jahren liegt, in Afrika zwischen 14 und 17 Jahren. Bei gleichen Lebensbedingungen in den Populationen erklären zusätzliche genetische Unterschiede die Streuung. Es wird diskutiert (d.h. es ist bis heute nicht eindeutig erforscht), dass das Erreichen eines gewissen Anteiles an Körperfett für den Eintritt in die Pubertät maßgeblich ist (Werte über 17% Anteil), so dass jugendliche Leistungssportlerinnen und Magersüchtige eine retardierte Reifung aufweisen. Aus statistischen Erhebungen weiß man, dass die Menarche mit dem Erreichen eines Körpergewichtes von 48 kg korreliert.

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