Die Fachgesundheits- und KrankenpflegerIn für den Operationsdienst, umgangssprachlich OP-Schwester, OP-Pfleger.

OTA (Operationstechnische Assistenten) ist ein Ausbildungsberuf der keine Pflegeausbildung voraussetzt, sondern einzig den Einsatz im OP vorsieht.

Die Bezeichnungen werden im folgenden weitgehend geschlechtsneutral genannt. Bei anderen Bezeichnungen sind weibliche und männliche Form gemeint.

Einsatzgebiete

  • Allgemeinchirurgie, oftmals unterteilt in
    • Bauchchirurgie (Visceralchirurgie)
    • Gefäßchirurgie
  • Unfallchirurgie (Traumatologie)
  • Gynäkologie und Geburtshilfe (Frauenheilkunde)
  • Kinderchirurgie
  • Augenchirurgie
  • Thoraxchirurgie (Chirurgie des Brustraumes)
  • Herzchirurgie
  • Neurochirurgie (Erkrankungen des Gehirns und der Nerven)
  • Mund- Kiefer- Gesichtschirurgie /ZMK
  • HNO (Hals, Nasen Ohren)
  • Urologie
  • Orthopädie
  • Plastische Chirurgie

also alle "schneidenden" Disziplinen

Voraussetzungen

Eine Operationspflegekraft sollte über gute körperliche und geistige Belastbarkeit verfügen. Zudem muss sie sowohl organisatorisches Geschick, für die routinemäßigen Aufgaben wie auch Flexibilität mitbringen. Eine Operationspflegekraft ist verantwortlich für sachgerechte und vorausschauende, individuelle Vor- und Nachbereitung operativer Eingriffe. Perioperativ übernimmt die OP-Pflegekraft Aufgaben der Instrumentation und zum Teil der Assistenz oder Springertätigkeiten.

Gesetzlicher Hintergrund

Die Tätigkeit einer Operationspflegekraft wird von mehreren Gesetzen und Verordnungen bestimmt. Das Krankenpflegegesetz regelt wie die Stationspflege auch die grundsätzlichen Voraussetzungen für die Beschäftigten im Operationsdienst. Diese legen nach dreijähriger Ausbildung ihre staatliche Prüfung ab. Die Operationspflegekräfte fügen nach einer mindestens 6- monatigen Arbeitsszeit in einer Operationseinheit eine zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung hinzu. Sowohl die Krankenpflegeausbildung, wie auch die Weiterbildung zur Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für den Operationsdienst sind staatlich geschützte Berufsbezeichnungen. Die Aus- und Weiterbildung orientieren sich jeweils am aktuellen Stand der Pflegewissenschaft, Der Medizin und den pflegerelevanten Disziplinen, wie der Hygiene, Rechtskunde usw. Darüber hinaus besteht die Pflicht, sich regelmäßig fortzubilden, um jeweils dem aktuellen Kenntnisstand zu entsprechen.

Arbeitszeitgesetz

In diesem Gesetz werden zum Schutze der Arbeitnehmer und somit auch der Operationspflegekräfte bestimmte Höchstarbeitszeiten, Pausenzeiten, Mindestruhezeiten sowie Sonn- und Feiertagsarbeit und Nachtarbeit geregelt. Dabei werden auch die Bereitschaftsdienste berücksichtigt.

Hygieneplan

Der Hygieneplan, der für die Tätigkeit einer Operationspflegekraft eine zentrale Bedeutung darstellt, regelt die Verfahrensweisen in bestimmten Situationen. Beispielsweise, wie einOP- Saal nach dem OP- Programm aufbereitet werden muß.

Des weiteren sind Regeln für die hygienische und chirurgische Händedesinfektion, die Hautdesinfektion des Patienten, Verfahrensregeln für die Aufbereitung der Instrumente, und der Reinigung und Desinfektion der benützten Geräte und Mobiliar enthalten.

Ausserdem noch die Abfallentsorgung.

Operationsteam

In einer Operation arbeiten verschiedene Berufsgruppen mit einander zusammen.

TRBA 250

Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (TRBA 250 ist gleichzeitig BGR 250) Diese Verordnung regelt den Umgang mit biologischen und infektiösen Arbeitsstoffen, wie z.B. Blut, Sekreten, Urin, Stuhl, etc. Bedeutsam für den Schutz des Mitarbeiters.

Medizinproduktegesetz

Das Medizinproduktegesetz von 1995 ist ebenfalls bedeutend für die tägliche Arbeit im OP. Es teilt Medizinprodukte in aktive und inaktive Medizinprodukte ein. Aktive MP sind elektrisch betriebene Geräte, und Mobiliar im Operationssaal. Inaktive MP sind Instrumente, Einmalprodukte, Abdeckmaterialien, Implantate.


Strahlenschutzverordnung

Die Strahlenschutzverordnung kommt zum Tragen, wenn in einer Operation Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen. Dies ist zum Beispiel regelmäßig in der Unfallchirurgie der Fall. Bei einer Osteosynthese muss das Einrichten, und die intraoperative Versorgung eines Knochenbruchs durch Röntgengeräte begleitet, und dokumentiert werden. Auch in anderen Bereichen, wie z.B. der Implantation von Schrittmachern wird die Lagekontrollem der Schrittmachersonden während der Operation mittels Durchleuchtung durchgeführt.

Tätigkeiten

Die Tätigkeiten der Operationspflegekraft lassen sich in verschiedene Bereiche unterteilen. Die bekannteste ist wohl die Instrumentation, bzw. die Assistenz operativer Eingriffe. Ein Instrumenteur ist für den reibungslosen Ablauf auf den Springer angewiesen. Vor der Operation stellt die/der Instrumenteur die benötigten Instrumente und Verbrauchsmaterial zusammen. Im Anschluss an die Operation übergibt der Instrumenteur die benutzten Instrumente zur Wiederaufbereitung an die Sterilisationsabteilung (ZSVA), oder kümmert sich selbst um die sachgerechte Aufbereitung der Instrumente. Des weiteren der Springer, der mit dem Instrumentierenden den Operationssaal betreut.


Instrumentation

Vorbereiten der Operation anhand der Angaben aus dem Operationsplan. Hier gibt es für die gängigsten Operationen definierte Instrumentensiebe oder Container, die dem Bedarf entsprechend bestückt sind. Zudem gibt es auch Einzelinstrumente, die in kleineren Verpackungen steril zur Verfügung stehen. Hinzu kommen noch Verbandsstoffe, Abdeckmaterial, Nahtmaterial, Einmalprodukte und Implantate. Alle verwendeten Produkte müssen steril sein, was durch die/den Instrumenteur überprüft werden muss. Nach der chirurgischen Händedesinfektion erfolgt das Anziehen eines sterilen Operationsmantels und steriler Handschuhe. Aus dem Abdeckmaterial wird auf speziellen Tischen ein Sterilbereich eingerichtet, auf dem dann die Instrumente und Verbrauchsprodukte bereitgelegt werden. Nach erfolgter Hautdesinfektion und dem Abdecken des Operationsgebietes beginnt die Operation unter aseptischen Bedingungen. Die Operation wird vom Instrumentierenden aufmerksam verfolgt, was sich im situationsgerechten und zügigen Anreichen der Instrumente ausdrückt. Im Idealfall wird dabei kaum gesprochen, wenn der Instrumenteur den Ablauf beherrscht, und selbst in Notsituationen schnell und flexibel regiert. Nach dem Abschluss der Operation - in der Regel die Hautnaht, - wird ein steriler Verband angebracht, das Abdeckmaterial entsorgt, und die Instrumente zur Aufbereitung übergeben.

Springen/ Saalassistenz

Der Springer ist zusammen mit dem Instrumentierenden verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Operation. In der Vorbereitungsphase werden benötigte Geräte im Saal bereitgestellt und die Funktion überprüft. Der Springer hilft dem Instrumentierenden beim Anziehen und Schließen des Operationsmantels. Beim Vorbereiten der Tische und dem aseptischen Öffnen und Anreichen der sterilen Materialien. Des weiteren obliegt ihm die operationsgerechte Lagerung des Patienten. Über die Operation wird ein detailliertes Operationsprotokoll angefertigt, das Angaben über den Patienten, den OP- Tag, die durchgeführte Operation, und die daran beteiligten Personen und vieles mehr enthält. Darüber hinaus wird das verwendete Material und Implantate dokumentiert. Eine besondere Bedeutung kommt dem Zählen von Instrumenten und Verbandsmaterial zu, das gemeinsam mit dem Instrumentierenden vor dem Eingriff und vor Abschluss der Operation durchgeführt und dokumentiert wird. Der Springer bleibt bei der Operation im Saal, schließt Geräte an, reicht dem Instrumentierenden zusätzlich benötigtes Material an. Während der Operation nimmt der Springer u.a. Gewebeproben vom Instrumenteur an, und kümmert sich um Beschriftung, Verpackung sowie die Organisation des Transports zur Untersuchung im entsprechenden Labor. Darüber hinaus kümmert sich der Springer um die korrekte Einweisung von abteilungsfremdem Personal und Gästen im Operationssaal. Durch vorausschauende Arbeitsweise ist der erfahrene Springer in der Lage, Situationen rechtzeitig zu erkennen, und entsprechend zu reagieren.

Instrumentenaufbereitung

Die Wiederaufbereitung der benutzten Instrumente geschieht in einer der Operationsabteilung angrenzenden oder gut zu erreichenden Abteilung, der ZSVA (Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung). Dort werden die Instrumente in einem Reinigungs- und Desinfektionsautomaten gereinigt, und desinfiziert. Anschließend erfolgt die Pflege, Wartung und Funktionskontrolle sowie das Verpacken und Sterilisieren der Instrumente, die dann wieder der Operationsabteilung zur Verfügung gestellt werden können. Bzw. sie werden eingelagert.

Weitere Tätigkeiten

Dem Operationspersonal obliegt die Bestellung von Verbrauchsmaterial (Abdeckung, Verbandsstoffe, Nahtmaterial) Ausserdem die Bestellung von neuen Instrumenten in Absprache mit den operierenden Ärzten. Hinzu kommt die Bestandskontrolle und Bestellung von Implantaten, wie Osteosynthesematerial, Prothesen (Hüftendoprothese) Der Leitung des Operationspflegepersonals obliegt die Einsatzleitung des Personals, die Dienst- und Urlaubsplanung. Ebenso vertritt diese die Interessen des Operationspflegepersonals gegenüber Ärzten und anderen Fachabteilungen, was in bedingtem Umfang auch jede Operationspflegekraft leistet.


Dienstzeiten

Die Dienstzeiten in einer Operationsabteilung sind in der Regel der Kernarbeitszeit, sprich dem Operationsprogramm unterworfen. In einem festgelegten zeitlichen Rahmen stehen den Bedürfnissen des Eingriffs entsprechend für jeden Operationssaal zwei oder mehr OP- Pflegekräfte zur Verfügung. Nach Abschluss des Tagesprogramms schließt sich der Bereitschaftsdienst an, der als Anwesenheits- oder Rufdienst geleistet wird. Hier wird in der Zeit vom Programmende bis zum nächsten OP- Tag die Notfallversorgung eines Krankenhauses sichergestellt. Dies ist auch an Wochenenden und Feiertagen der Fall. In einer ambulanten Operationseinheit wird in der Regel ein Rufdienst angeboten.

In einem Krankenhaus der Regel- und Maximalversorgung ist es erforderlich, dass zwei oder mehr Operationspflegekräfte durch Anwesenheit im Haus eine schnelle Notfallversorgung sicherstellen. In einem Haus der Grundversorgung kann dies teilweise durch Rufdienst, oder auch Anwesenheit erfolgen


Weiterbildung