Pyramidenbahn

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Die Pyramidenbahn (lateinisch Tractus corticospinalis) ist der Name von ganz speziellen Nerven bzw. Nervenverbindungen im Übergangsbereich zwischen Gehirn und Rückenmark, also im Zentralen Nervensystem (ZNS).

Die Pyramidenbahn ist Teil des motorischen pyramidalen Systems und bei einer Obduktion beidseits der Unterseite der Medulla oblongata im Nachhirn (Myelencephalon) als relativ flacher Längswulst (von der der Name abstammt – Pyramis, Pyramide) sichtbar. (Die Medulla oblongata ist ein in Richtung Gehirn verlängerter Rückenmarksteil.)

Diese Nervenverbindungen kreuzen größtenteils in der Pyramidenkreuzung (Decussatio pyramidum; quasi im Genick) auf die jeweils andere Seite des dicken Hauptnervenstrangs (kontralateral), einige verlaufen aber als Tractus corticospinalis anterior im Rückenmark weiter bis zu dem Wirbel, wo sie austreten sollen und kreuzen erst dort, segmental, auf die jeweils andere Seite des Rückenmarks. Einige Bahnen kreuzen überhaupt nicht, sondern bleiben vom Gehirn bis zur Peripherie gleich-seitig - ipsilateral.

Das pyramidale System der Nerven ist für die Feinmotorik und die willkürliche Motorik zuständig. Es steuert im Mark die motorischen Wurzelzellen an. Nur wenige Fasern gehen als direkte Verbindungen zur Muskulatur.

Eine einseitige Schädigung des pyramidalen Systems, vor allem durch einen Schlaganfall im Gehirn führt deshalb zu einer teilweisen Lähmung (Parese, Hemiparese) auf der Gegenseite des Körpers.

Diese Kreuzung innerhalb der Pyramidenbahn wurde 1709 erstmals von Domenico Mistichelli (1675–1715) beschrieben.

Literatur

  • Martin Trepel: Neuroanatomie. Urban & Fischer, 3. Auflage 2003. ISBN 3-437-41297-3

Weblinks