Hippokrates baute auf der von ihm begründeten Humoralpathologie (humuores = Säfte) auch die Lehre von den Temperamenten auf.

Die Humoralpathologie ist eine antike Krankheitslehre, die das Ungleichgewicht im "Säftehaushalt" des menschlichen Körpers als Ursache von Krankheit erklärt. Gesundheit wird dadurch erwirkt, dass die "Säfte" wieder ausbalanciert werden.

Hippokrates ging von vier Säften aus, von denen er dann die Temperamente ableitete:

  1. gelbe Galle (griechisch chole = Galle): Der cholerische Typ leidet also an einem Übermaß an (saurer) Gallenflüssigkeit, was ihn zu einer aufbrausenden, jähzornigen Persönlichkeit macht ("Hitzkopf").
  2. Schleim (griechisch phlegma = Entzündung, Schleim): Als phlegmatisch wird eine eher behäbige und träge, aber auch zähe Persönlichkeit bezeichnet("Tranfunzel").
  3. Blut (lateinisch sanguineus = flüssiges Blut): Der sanguinische ist der temperamentvolle Typ, der manchmal aber über das Ziel hinausschiesst oder hektisch wirkt ("Luftikus").
  4. schwarze Galle (griechisch melas = schwarz): Als melancholisch gilt der introvertierte, eher trübsinnige Typ ("Trauerkloß"), da bei ihm ein Übermaß an verbrannter (bitterer) Galle vorliegt.



siehe auch

Geschichte der Medizin