Von einer Stuhlimpaktion spricht man, wenn sich steinartig fester Darminhalt aus eingedicktem Kot und inkrustiertem, von Darminhalt durchsetztem Schleim, in der Mastdarmampulle evtl. als reiner Kotballen befindet. Die Hauptlokalisation der Stuhlimpaktion ist das Rektum. Stuhlimpaktionen sind jedoch im gesamten Dickdarm möglich. Wenn durch die Ansammlung der Stuhlmassen der Passageweg weitgehendst verlegt ist und die spontane Entleerung nichtmehr möglich ist, dann ist das Vollbild einer Koprostase gegeben.

Oberhalb der relevanten Dickdarmstenosen kommt es zu einer Aktivierung sekretorischer Prozesse mit dem Versuch des Körpers, das Passagehindernis durch verflüssigung der Stuhlmassen funktionell zu umgehen. Der auf dem Boden dieses Mechanismus flüssige Stuhl passiert das mechanische Hindernis und wird fälschlicherweise als Durchfall eingestuft. In einigen Fällen kann sich auch eine Stuhlinkontinenz zeigen, die für den Patienten zusätzlich eine Belastung darstellt. Das ist eine Situation, die für den Patienten nachteilig bei der Anamnese sein kann.

Zur Behandlung kommt die orale Gabe einer PEG-Lösung mehrmals täglich, evt. eine orthograde Darmspülung und die Verabreichung eines Reinigungseinlaufs infrage. In schweren Fällen muss der Enddarm vor den Abführmaßnahmen manuell durch digitales Ausräumen entleert werden. Vielleicht genügt auch schon die Gabe eines Klistiers mit Olivenöl (ca. 250 ml) am Abend. Das Öl bleibt über Nacht im Darm und am Morgen wird ein Reinigungseinlauf gegeben.


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