Unter der Überschrift Pflege - uns reicht´s haben der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und ver.di am 22.11.2007 eine Unterschriftenaktion auf den Weg gebracht und alle Pflegenden in Deutschland aufgefordert sich daran zu beteiligen.

Damit soll das seit 10 Jahren immer ungünstigere Zahlenverhältnis zwischen Pflegenden und Patienten in deutschen Krankenhäusern, Pflegeheimen usw. ins öffentliche Gespräch und ins Bewusstsein der verantwortlichen Politiker gebracht werden.

Hintergrund

Im Jahr 2007 haben zwei Umfragen/Studien (das Pflegethermometer 2007 und das Krankenhausbarometer 2007) deutlich gezeigt, dass wir uns allmählich in einen Pflegenotstand hinein manövrieren. Dies liegt nicht etwa daran, dass es zu wenig professionell Pflegende überhaupt gibt. Die Lücken in der Versorgung entstehen und entstanden durch den massiven Stellenabbau in der Pflege der letzten Jahre.

Gleichzeitig wurde Platz gemacht für ungelernte Hilfskräfte und Servicemitarbeiter, die die Pflegenden zwar in ihrer Arbeit tatkräftig unterstützen, jedoch nicht die erforderliche Qualität gewährleisten können.

Die von der Politik gewollte EU-Richtlinie (Bereitschaftsdienst ist Arbeitszeit) bei den Ärzten und der immer größer werdende Kosten- und Konkurrenzdruck zwischen den einzelnen Akutkrankenhäusern haben uns dahin gebracht, wo wir heute stehen. Der größte Kostenfaktor eines Krankenhauses sind notwendigerweise die Angestellten der Pflege --> deshalb wurde hier immer wieder begonnen, einzusparen.

Es ist an der Zeit, sowohl der breiten Öffentlichkeit als auch unseren Politikern aufzuzeigen, in welche Richtung wir uns bewegen bzw. wo wir heute schon stehen. Die Aktion soll Druck auf die Gesetzgeber der Landesregierungen und des Bundes aufbauen. Ein Wunschziel aller wäre wohl, dass die Politik Rahmenbedingungen schafft, die mit dafür sorgen, dass unser Berufsalltag wieder professionell zu bewältigen ist. Die Politik könnte per Gesetz und Verordnungen den Druck weitergeben an Träger einzelner Einrichtungen oder Dachverbände, die sowohl Raubbau an der Pflege als auch an der Versorgungsqualität des Patienten betreiben.

An der Aktion können neben Pflegepersonen auch Patienten und deren Angehörige teilnehmen. Sie können und sollen also mit unterschreiben. Da jeder Mensch vermutlich irgendwann mal Patient oder zumindest ein Angehöriger eines solchen ist, sind alle von der Situation betroffen.

Die Aktion hat bisher ca. 150.000 Pflegende, Betroffene oder Mitbürger dazu gebracht, ihre Unterschrift abzugeben. Die Aktion wird noch bis in den Anfang April fortgeführt, in der Hoffnung noch einmal diese Anzahl an Unterschriften dazu zu bekommen.

Übergeben werden die Unterschriften an die Bundesregierung in Berlin. Dies soll laut DBfK an einem Aktionstag in der Budeshauptstadt passieren. Interessierte Kolleginnen und Kollegen können sich freiwillig beim DBfK anmelden, um die Übergabe durch ihr persönliches Auftreten an diesem Tag zu unterstützen.

Unterschrieben werden kann direkt online auf der Website oder über downloadbare Listen.

Links

http://www.dbfk.de/top.php?subaction=showfull&id=1195724130&archive=&start_from=&ucat=10&

In aller Ausführlichkeit werden auf der Homepage des DBfK die Hintergründe zu dieser Aktion geschildert

http://www.pflege-uns-reichts.de/main.php

Hier könnt ihr eure Unterschrift abgeben, Downloads von Unterschriftenlisten tätigen und euch über die Aktion informieren

http://www.pflegeboard.de/forum/30367-unterschriftenaktion-dbfk-und-verdi.html

Derzeit laufende Diskussion zum Thema auf pflegeboard.de