Als Gruppe bezeichnen wir ein soziales Gebilde, das aus den wechselseitigen Beziehungen und Kontakten zweier oder mehrerer Personen entsteht. Das Verhalten von Personen in Gruppen orientiert sich an den anderen und beinflußt ihrerseits andere im Verhalten.

Merkmale und Zweck von Gruppen

Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe pflegt einem Bedürfnis des einzelnen zu entsprechen. Sie ist, soweit der einzelne sich nicht von der Gesellschaft ausschließen will, unvermeidbar. In Gruppen finden sich einige Gemeinsamkeiten: Bedürfnis nach Informationsaustausch, gegenseitige Bestätigung und Unterstützung, Anerkennung gemeinsamer Ziele und das Streben nach innerem Gleichgewicht. In Gruppen bilden sich meist auch gemeinsame Normen, also Festlegungen, nach denen sich die Mitglieder zu richten haben.


Die vier wesentlichen Merkmale einer Sozialen Gruppe:

  • mindestens 2 Personen
  • mit gleichen Zielen,Interessen,Fähigkeiten
  • Personen treten in Beziehung/Interaktion
  • Personen entwickeln ein Zusammengehörigkeits Gefühl

Formen von Gruppen

Zu dieser Definition müssen noch weitere Gesichtspunkte beachtet werden, die die besonderen Beziehungen von Menschen in einer Gruppe und damit die Gruppe selbst kennzeichnen. Hier kann man grundsätzlich 2 Formen unterscheiden:



Formelle Gruppe

Das Ziel, der Zweck der Gruppe ist von außen vorgegeben. Die Gruppe existiert auch unabhängig von einzelnen Mitgliedern und erfüllt einen offiziellen Auftrag. z.B. ein Stationsteam, das Kranke pflegt.

  • von "außen gebildete" Gruppe
  • ein "Fremder" setzt die Gruppe zusammen
  • z.b.Fachseminar, Mitarbeiter, Team, Bewohner...


Informelle Gruppe

Die Gruppe gründet sich auf Sympathiebeziehungen und Interessen der Mitglieder untereinander, ihr Zweck ist die Befriedigung gemeinsamer Interessen ohne offiziellen Auftrag. z.B. zwei Pflegepersonen, die immer gemeinsam rauchen gehen.

  • von "innen gebildete" Gruppe
  • aus Interesse/Sympathie
  • die freiwillig gewählt wurde z.B. Clique, Raucher, Arbeitsgruppen, Sportvereine, Vereine...
  • Beispiel Pflegeheim: die Bewohner X,Y und Z treffen sich täglich zum Kaffeetrinken und Gesprächen. Sie nehmen gemeinsam an der Gruppengymnastik teil.

Der Unterschied zwischen beiden Arten von Gruppen liegt in der emotionalen Beziehung: in der formellen Gruppe geht es um Zusammenarbeit zur Erreichung eines bestimmten Zieles, bei der informellen Gruppe besteht zwischen den Mitgliedern eine gefühlsmäßige Beziehung.

halboffene Gruppe

Eine halboffene Gruppe ist begrenzt auf eine festgelegte Teilnehmerzahl und besteht auf festgeschriebene Dauer. Bei dieser Gruppenform finden eine bestimmte Anzahl an Teilnehmern Platz und ein frei werdender Teilnehmerplatz kann ohne inhaltliche Probleme neu besetzt werden. Freie Plätze werden neu besetzt, da z.B. das Ziel der Gruppe andernfalls nicht erreicht werden kann (Theaterstück, Chor) oder die Plätze aus wirtschaftlichen Gründen neu besetzt werden müssen (Heimbewohner).

Kleingruppe

  • wenige Teilnehmer (TN)
  • schnelle Entwicklung von:
    • Beziehungen,
    • Vertrauen,
    • Kennenlernen,
    • Freundschaften,
  • schnellere Zusammenarbeit/Integration einzelner TN
  • schnellere Entwicklung von Gruppenphasen
  • Der Gruppenleiter(GL)kann individueller auf den einzelnen TN eingehen
  • die Arbeitsergebnisse sind schneller und Qualitativer
  • es besteht ein höherer Grad der Zuverlässigkeit
  • gemeinschaftliche vertretung der Gruppe
  • Der GL leitet die Gruppe durch einen Demokratischen/Partnerschaftlichen Leitungsstil
  • die Konzentration der TN ist viel höher
  • die TN sind viel ruhiger

Großgruppe

  • mehr Teilnehmer (TN)
  • langsame Entwicklung von: Beziehungen, Vertrauen,Kennenlernen
  • bildung von mehreren "Informellen Gruppen"
  • schwächere TN gehen eher unter= Außenseiterbildung
  • langsame Entwicklung von Gruppenphasen
  • mehr Meinungen,Fähigkeiten,höhere Vielfalt
  • der Gruppenleiter (GL) verliert den einzelnen eher aus dem "Blick"
  • die Arbeitsergebnisse sind langsamer
  • oft geringere Qualität und hohe Quantität
  • niedriger Grad der Zuverlässigkeit
  • Bildung von Führungspersonen
  • GL übt eher einen autoritären Leitungsstil aus
  • der Störfaktor ist sehr hoch
  • es ist unruhiger und anstrengender
  • höhere Wirtschaftlichkeit

Arten von Gruppenleistung

  1. Leistungen vom Typus des Hebens und Tragens
    • Gemeinsame Leistung durch Zusammenführung aller Kräfte jedes einzelnen Mitgliedes.
    • Je mehr aber bei einer einzigen Arbeit beteiligt sind, desto stärker sinkt der Wirkungsgrad wieder ab.
    • z.B.: Bei einem Notfall leisten 3 Personen optimale Arbeit, 6 wären zuviel.
  2. Leistungen vom Typus des Suchens und Beurteilens
    • Zunahme der Erfolgschancen mit der Anzahl aktiv Beteiligter. Das Ergebnis wird sicher, weil Fehler eher entdeckt werden.
    • z.B.: Finden einer Bestlösung durch Arbeitsgruppe.
  3. Leistungen vom Typus des Bestimmens
    • Hier geht es um eine gemeinsame Festlegung, ohne daß das Ergebnis exakt nachprüfbar ist, i. S. von Übereinstimmung oder Umgangsformen, z. B.: Beim Herausbilden von Gruppennormen.


Wesentlich für Vorgesetzte ist, daß Punkt 2 nicht mit Punknt 3 verwechselt wird:

  • Leistungen aus Punkt 2 lassen sich nachrechnen, beweisen;
  • Leistungen aus Punkt 3 nicht, diese sind nicht greifbar.

Gruppenpädagogischer Grundsatz

Der gruppenpädagogischer Grundsatz lautet: "anfangen wo die Gruppe steht".

Die Aufgabe des Gruppenleiters ist es hierbei, das Programm an den Bedürfnissen der Teilnehmer und dem jeweiligem Gruppenstand zu orientieren. Hierfür muss die Gruppenleitung folgende Informationen bezüglich der Teilnehmer sammeln:

Siehe auch


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