Die Medizinerausbildung kennt den Begriff Standardisierter Patient (SP) für Simulationspatienten, d. h. Personen, die ein ganz bestimmtes Krankheitsbild mit einigen Symptomen "spielen". Durch das realiistische Präsentieren dieser Symptome, das kann auch bedeuten, dass das Leitsymptom “versteckt“ ist, werden die Studentinnen dazu gebracht, bei einer Untersuchung systematisch vorzugehen, da sie nicht wissen, um welches Krankheitsbild es sich bei dieser Übung handeln wird.


"Standardisierte Patienten" sind in der Regel geschulte Laien (meist mit einem professionellen Hintergrundwissen) oder professionelle Schauspieler, die eine vollständige Patientenbiografie mit einem detaillierten Krankheitsbild oder wechselnd verschiedene "Krankheiten" darstellen können. Sie sind zudem im Erteilen von Feedback nach der Übung geschult. Einsatzgebiete können sein: die Anamneseerhebung, körperliche Untersuchungstechniken, praktische Prüfungen. Der Einsatz von Standardisierten Patienten ermöglicht es insbesondere, schwierige Situationen durchzuspielen, ohne einem realen Patienten zu schaden. Im anschließenden Erfahrungsaustausch können diese Belastungen dem Auszubildenden mitgeteilt und vermittelt werden. Die Übung kann erforderlichenfalls auch jederzeit abgebrochen werden.

Wenn die Standardisierten Patienten gut vorbereitet und geschult wurden, sind sie kaum von realen Patienten zu unterscheiden. Auch die MedizinstudentInnen können in einer Alltagsumgebung Standardisierte Patienten in der Regel nicht von realen Patienten unterscheiden, bzw. "vergessen" nach wenigen Minuten die Übungssituation.

In den USA, Kanada, England, den Niederlanden und Skandinavien hat der Einsatz von Standardisierten Patienten bereits eine jahrzehntelange Tradition. In Deutschland kam es erst in den 90er Jahren zu einem systematischen Einsatz in Ausbildungssituationen.

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