Datei:Bild- s.c.-Verweilkanüle ohne Schutzkappe.JPG
subcutane Verweilkanüle mit Mandrin zum Einstechen
Datei:Mandrin entfernt.JPG
subcutane Verweilkanüle mit herausgezogenem Mandrin und Fixierpflaster
Datei:Angelegte s.c.Kanüle.JPG
Injektion durch liegende s.c.-Verweilkanüle

Eine subcutane Verweilkanüle ist eine kurze (<1cm) dünne Kunststoffkanüle, an die eine Kunststoffleitung angeschlossen ist. Sie erleichtert das regelmässige Verabreichen eines Medikamentes durch Einspritzen in das Unterhautfettgewebe ohne erneutes Stechen. Auch eine kontinuierliche Medikamentengabe mittels Perfusor kann über eine solche Kanüle erfolgen. Damit ist sie für kleine Flüssigkeitsmengen eine Alternative zum Einsatz einer Butterfly, da bei der s.c.-Verweilkanüle keine Stahlnadel in der Haut verbleibt und sie dadurch angenehmer für den Patienten ist.

Mithilfe eines Mandrins wird die Kanüle (z.B.SOF-SET® Medtronic MiniMed) senkrecht in die Subcutis eingestochen, der Mandrin wird herausgezogen und die Kanüle auf der Haut fixiert. Auf das offene Ende der Leitung wird ein Verschluss-Stopfen geschraubt, der einen durchstechbaren Latex-Kopf enthält. Die Injektion wird jeweils durch den Latex-Verschluss vorgenommen.

Bei kontinuierlicher Medikamentengabe (maximal 100 ml/Tag) wird die Perfusorleitung statt des Latex-Verschlusses angebracht.

Zur s.c.-Infusion ist die Verweilkanüle weniger geeignet, da grössere Flüssigkeitsmengen (bis zu 500 ml/Tag) einen täglichen Wechsel der Injektionsstelle erfordern. In diesem Fall sollte eher eine Butterfly verwendet werden.

Die s.c.-Verweilkanüle darf sieben Tage an einer Stelle verbleiben, wenn die jeweiligen Medikamente gut resorbiert werden und keine Anzeichen einer Infektion zu beobachten sind. Ist dies nicht der Fall, muss der Anlageort gewechselt werden.

Es gelten die gleichen Hygienemaßnahmen und Kontraindikationen wie bei einer subcutanen Injektion.


Indikation

  • Schonung des Patienten, wenn z.B. im Rahmen einer Schmerztherapie mehrmals täglich oder kontinuierlich parenteral Medikamente gegeben werden müssen und andere Zugänge nicht vorhanden sind
  • Der Patient muss nachts nicht unbedingt zur Injektion geweckt werden, kann also ungestört schlafen, wenn die Injektionsleitung gut zugänglich ist.


Anlageorte

  • Bauchdecke zwischen Darmbeinstachelhöhe und Bauchnabel
  • Oberschenkel-Aussenseite
  • Oberarm-Aussenseite