Als Superinfektion im engeren, eigentlichen Sinne wird in der Virologie eine Form des Virusinfekts bezeichnet, bei der es aufgrund einer noch unvollständigen Immunantwort zu einer neuerlichen Infektion mit dem selben Erreger kommt.[1]

Im Regelfall aber wird in der Medizin – und teilweise auch in der Mikrobiologie – unter dem Wort "Superinfektion" verstanden, dass ein – meist viraler – Infekt die Grundlage für eine zusätzliche Infektion – meist nun bakterielle Infektion – liefert. In diesem Zusammenhang wird der Begriff Superinfektion hier als eine Form der Sekundärinfektion verwendet.

Von einer Superinfektion spricht man also im Regelfall dann, wenn Krankheitserreger kurz nacheinander (d.h., zeitlich leicht verschieden) auftreten. Eine Superinfektion ist also eine Infektion, die stattfindet, während der Patient unter einer anderen Infektion leidet bzw. behandelt wird.

Es kann eine Superinfektion mit Bakterien, Viren, usw., geben.


Praktisches Beispiel

Ein Beispiel im engeren Sinne ist die erneute Infektion mit einem anderen HIV-Stamm bei HIV-positiven Patienten. Einige gut dokumentierte klinische Fallberichte sowie Tierexperimente zeigen, dass eine solche Superinfektion mit einem anderen HIV-Stamm real ist. Die klinischen Konsequenzen einer solchen Superinfektion mit einem anderen Stamm des HI-Virus sind immer noch unklar. Diese Superinfektion führt aber wahrscheinlich zu einer Abnahme der CD4-Zellen, erhöhten Virämie, beschleunigtem Fortschreiten der Krankheit und Therapie-resistenten HI-Viren.[2]


Erkältung

Im Krankheitsverlauf einer Erkältung, die ja eine virale Infektion ist, ist gelb-grüner Schleim oft Anzeichen für eine bakterielle Superinfektion[3].


Siehe auch


Fußnoten

  1. Blackard JT, Sherman KE. Hepatitis C virus coinfection and superinfection. J Infect Dis. 2007 Feb 15;195(4):519-24.
  2. Smith DM, Richman DD, Little SJ. HIV superinfection. J Infect Dis. 2005 Aug 1;192(3):438-44.
  3. http://www.aponet.de/arzneimittel_interaktiv/husten/index.html