• Erreger: Mycobakterien (meist M. tuberculosis oder auch M. africanum oder M. bovis, säurefestes Stäbchen).
  • Abkürzung: TBC

Ursache

  • Übertragung:
    • Von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion; vor allem früher vom Rind auf den Menschen mit der Milch.
    • In der Schweiz ist die Rindertuberkulose kaum mehr zu finden, in Entwicklungsländern noch häufig.

Symptome

Allgemeine

  • Leichtes Fieber: Temperatur 37,5 - 38 Grad
  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • erhöhte Blutkörperchen - Senkungsgeschwindigkeit
  • Latentes Krankheitsgefühl
  • Reduziertes körperliches Leistungsvermögen

Spezielle

  • Husten mit Auswurf (bei offener Lungen-TB)
  • Atemnot
  • Nachtschweiß
  • Tuberkulin - Probe stark positiv.

Am Ort der Infektion entsteht ein knötchenförmiger Entzündungsherd (= Tuberkel). In der Mitte stirbt das Gewebe ab, es verkäst. Darum herum bildet sich ein Ring von Abwehrzellen des Körpers. Meistens ist auch noch der dazugehörige Lymphknoten tuberkulös verändert,was im Röntgenbild erkennbar ist. Der Entzündungsherd im Gewebe zusammen mit dem Lymphknoten heisst dann Primärkomplex.

Durch Tröpfcheninfektion entsteht meist ein Primärkomplex in der Lunge. Der weitere Verlauf ist von der Abwehrlage des erkrankten Patienten abhängig:

  1. Bei guter Abwehr schreitet die Infektion nicht weiter. Das verkäste Gewebe verkalkt, was einer Heilung gleichkommt. Innerhalb dieses Kalkherdes können aber Tuberkelbakterien überleben und später zu einer erneuten Erkrankung führen, z. B. im Alter oder bei geschwächter Abwehr.
  2. Die Entzündung schreitet weiter. Wenn sie auf einen Bronchus übergreift, so kann das zerfallene Gewebe mit Tuberkelkeime (infektöse Tröpfchen) ausgehustet werden, und zurück bleibt ein Hohlraum = Kaverne mit Bakterien. Der Patient hat eine offene Tuberkulose und ist für die Umgebung ansteckend.
  3. Die Entzündung kann auf die ganze Lunge übergreifen:
    • tuberkulöse Pneumonie, oder auf das Brustfell=Pleuratuberkulose.


Diagnose

  • Direkter Nachweis von säurefesten Stäbchen und Kultur im Auswurf, Magensaft, Urin, Liquor (Gehirn - oder Rückenmarks-Flüssigkeit), Pleura - Ergüssen (Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungen- und Rippenfell), oder Eiter von Abszessen.
  • Ziehl-Neelsen-Färbung
  • Röntgenuntersuchungen: Durchleuchtung, Röntgen- oder Schirmbild-Aufnahme.
  • PCR (Polymerase-Kettenreaktion, engl. polymerase-chain-reaction)

Komplikation

Die Tuberkelbazillen werden durch die Lymphbahnen oder auf dem Blutweg in andere Organe verschleppt. Dort verursachen sie Entzündungsherde. Auf diesem Wege entwickeln sich Organtuberkulosen:

  • Nierentuberkulose
  • Knochentuberkulose
  • Hirnhauttuberkulose
  • Darmtuberkulose.


Therapie

  • Durch Medikamente mit spezifischen Antibiotica, sogenannten Tuberkulostatika. Die Antibiotica müssen bei einer pulmonalen Tuberkulose mindestens über sechs Monate ohne Unterbruch eingenommen werden. Bei extrapulmonaler Tuberkulose kann sich die Dauer der Medikamentengabe wesentlich verlängern (sechs Monate bis über ein Jahr). Es sind zu Beginn der Behandlung eine Kombination von vier Antibiotika (Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid als Kombinationspräparat = Rifater)und Ethambutol (= Myambutol)nötig, nach zwei Monaten Einnahme kann, in den meisten Fällen auf eine Kombination von zwei Antibiotika gewechselt werden.

Vor oder nach Beginn der medikamentösen Behandlung muss via Sputumuntersuchung eine mögliche Resistenz des M. tuberculosis gegen eines oder mehrere der verwendeten Antibiotika labortechnisch geprüft werden. Bei Vorliegen einer Resistenz müssen Anpassungen bei den verwendeten Antibiotika vorgenommen werden.

  • Ev. durch Operation: Entfernung des befallenen Organs oder Organteile.

Pflege

  • Unterbringung: Isolation bei offener; fern von Immungeschwächten Mitpatienten bei geschlossener Tbc, eigenes WC
  • Patienteninformation: kein Anhusten, eigenes Sputum nicht schlucken, Infos zur Medikamenteneinnahme (Nebenwirkungen, Regelmäßigkeit, Unverträglichkeiten mit Alkohol, Nikotin, oralen Kontrazeptiva)
  • Hygiene: eigenes RR-Gerät/Thermometer, Wäsche als infektiös kennzeichnen und tägl. wechseln, Mundschutz bei Husten oder Transport, Schlussdesinfektion/Endreinigung
  • Besucher: korrektes Anlegen von Schutzkleidung und FFP2 o. FFP3-Masken, Hygienemaßnahmen (Händedesinfektion 2x30 Sek.), keine Immungeschwächten
  • Atemunterstützende Position, Inhalation anbieten, Sekretolyse fördern
  • Kost: vitamin- und eiweißreich
  • Bettruhe
  • Fiebersenkung

Prophylaxe

  • Ev. BCG-Impfung bei negativer Tuberkulin- Probe bei Risikogruppen.
  • Hygiene:
    • gesunde Lebensweise, Sonne, frische Luft, Sauberkeit
    • Pasteurisieren oder Kochen der Milch
    • bei neu erkrankten Patienten muß nach der Infektionsquelle geforscht werden durch eine Umgebungsuntersuchung.

Gleichzeitig mit dem ersten Entzündungsverlauf entwickelt sich eine Immunisierung gegen die Tuberkel - bazillen. Es werden Antikörper gebildet.

Die Antikörper können durch die Tuberkulinprobe, z. D. Tine-Test oder Mantoux- Probe nachgewiesen werden. Falls der Patient Antikörper hat, führt die Einspritzung der Tuberkulinlösung in die Haut zu einer positiven Tuberkulinreaktion, die sich in einer entzündlichen Rötung und Schwellung an der Einstichstelle äußert.

Eine positive Tuberkulin-Reaktion heisst demnach. daß die betreffende Person irgendwann in ihrem Leben eine Tbc-Infektion durchgemacht hat, die unbemerkt verlaufen und ausgeheilt ist, oder daß sie geimpft wurde.

Ergibt die Tuberkulin-Probe ein negatives Resultat, so kann die betreffende Person BCG-geimpft werden, damit ihr Körper Antikörper bilden kann und auch immun wird. Dabei werden abgeschwächte Tuberkelbazillen (Bacille - Calmette - Guérin) eingespritzt, so das der Organismus Antikörper bildet.


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