Bei der Telefonseelsorge (in der Schweiz: Die Dargebotene Hand) handelt es sich um ein Notruf-Telefon bei seelischen Krisen. Es geht vor allem um telefonische Beratung von Menschen mit Sorgen, Nöten und in scheinbar ausweglosen Krisensituationen. Die Telefonseelsorge dient dabei auch zur Suizidprävention. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. Es handelt sich um ein Beratungs- und Seelsorgeangebot, das vorwiegend von Ehrenamtlichen gewährleistet wird. Die Orientierung an kirchlichen Normen steht dabei nicht im Vordergrund. Über das telefonische Angebot hinaus gibt es in Deutschland von der Telefonseelsorge zusätzlich auch im Internet ein Beratungsangebot per eMail oder Chat.

International geltende Grundsätze bei der Beratung

  • Anonymität: Ratsuchende werden nicht nach ihrem Namen gefragt, sondern können anonym bleiben. Auch die ehrenamtlichen (nur zum Teil hauptamtlichen) Telefonseelsorger/innen bleiben anonym.
  • Verschwiegenheit: Alle Mitarbeiterinnen unterliegen der kirchlichen Verschwiegenheitspflicht/Schweigepflicht.
  • Erreichbarkeit: Die Telefonseelsorge-Stellen sind in den meisten Ländern Tag und Nacht erreichbar, an allen Tagen des Jahres.
  • Kompetenz: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge werden ausgewählt, ausgebildet, kontinuierlich weitergebildet und durch regelmäßige Supervision von Fachleuten begleitet.
  • Offenheit: Die Telefonseelsorge ist offen für alle Problembereiche, für alle Anrufenden in ihrer jeweiligen Situation. Sie ist da für alle Anrufenden – unabhängig von Konfession und Weltanschauung, von Nationalität oder Geschlecht.
  • Gebührenfreiheit: Für die Ratsuchenden entstehen keine Kosten außer den Verbindungsentgelten (in Deutschland übernimmt die Telekom als Partner der Telefonseelsorge die Gesprächs-Gebühren).

Kontakte für Hilfesuchende

Telefonseelsorge, 24 Stunden ansprechbar:

  • Deutschland: Bundeseinheitliche Rufnummern (kostenfrei):
    • 0800-111 0 111 (evangelisch) oder
    • 0800-111 0 222 (katholisch)
  • Österreich: Bundeseinheitliche Rufnummer: 142
  • Schweiz und Liechtenstein: Landesweite Rufnummer: 143
  • Luxemburg: Landesweite Rufnummer: 45 45 45
  • Italien
    • deutschsprachiger Teil Italiens: Regionale Rufnummer: 840 000 481
  • Belgien: Landesweite Rufnummer: 108 (deutschsprachig)

Kinder- und Jugendtelefon

    • Deutschland: Bundeseinheitliche Rufnummern: 0800 - 111 0 333
    • Österreich, Schweiz, Liechtenstein haben die landesweite Rufnummer: 147
    • Luxemburg: Landesweite Rufnummer: 12345
    • deutschsprachiger Teil Italiens: Regionale Rufnummer: 8400 36 366

Die Nummer gegen Kummer ist ein Telefonhilfe-Dienst in Deutschland für Kinder und Jugendliche. Der vom Deutschen Kinderschutzbund gegründet und von NummergegenKummer e.V. betriebene Dienst ist kostenlos unter der Nummer 0800 111 0 333 , aber nur in einem zeitlich begrenzten Rahmen verfügbar:

Der Anrufende kann sich von Montag bis Freitag jeweils von 15 bis 19 Uhr seine Sorgen von der Seele reden, aber auch Informationen und Auskünfte über Sexualität des Menschen, Beziehungen, Ausbildung, Berufsausbildung, Probleme in der Arbeit/Schule, Sucht, Drogen, etc. einholen.

Jugendliche beraten Jugendliche

Zusätzlich zu den ca. 100 deutschlandweiten Beratungstelefonen der Nummer gegen Kummer unter der Woche (so genanntes "Kinder und Jugendtelefon" - KJT) gibt es an 7 Standorten auch das zusätzliche "Jugendliche beraten Jugendliche"-Projekt (JBJ).

Die Jugendlichen erhalten, wie die erwachsenen Berater eine psychologische Ausbildung (ca. 80 Stunden) bevor sie dann immer zu zweit an Samstagen von 15:00 bis 19:00 Uhr beraten.

In München trägt der Verein "Jugendliche beraten Jugendliche" den Beinamen "Teens on phone".

Siehe auch

Literatur

  • Traugott Weber (Hrsg.): Handbuch Telefonseelsorge, Göttingen, 2006. ISBN 3-525-62386-0.

Weblinks


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