Theodor Fliedner, mit vollem Namen Georg Heinrich Theodor Fliedner, wurde am 21.01.1800 in Eppstein geboren.

Elternhaus, Schulzeit

Er hat 9 Geschwister.Sein Vater war Pfarrer Jakob Ludwig Fliedner und seine Mutter hieß Henriette.

Fliedner wurde nicht nur in der Schule unterrichtet,sondern auch von seinen Eltern zu Hause. Ihm war schon früh klar dass er Pfarrer werden wollte wie sein Vater. 1810 verstarb sein Vater,da war Fliedner 10 Jahre alt. Mit Unterstützung der Mutter und Freunde der Familie besuchte Fliedner das Gymnasium. 1817 studierte er zusammen mit seinen Bruder evangelische Theologie in Gießen. Es kam zu einen Wechsel nach Göttingen. Schließlich beendete er das Studium 1820 am Predigerseminar in Herborn.

Pfarrer, Sozialwerke

1822 wurde er Pfarrer in Kaiserswerth bei Düsseldorf. Die Gemeindemitglieder prägten Arbeitslosigkeit und Armut. Fliedner versuchte seiner armen Gemeinde Hilfe zu verschaffen,dafür sammelte er Spenden bei wohlhabenden Nachbargemeinden und in Erweckungsbewegungen in den Niederlanden und England. Dort begegnete ihm Elisabeth Fry, die sich in der evangelischen Gefängnisfürsorge engagierte.

1826 gründete Fliedner die Rheinisch-Westfällische Gefängnisgesellschaft und engagierte sich für Reformen zur Verbesserung der Lebensumstände Inhaftierter. Eine Gefängnisseelsorge entstand unter seiner Leitung. 1828 heiratete er Friederike Münster in Oberbiel. Mit ihr hatte er 11 Kinder, davon starben 8 im Kindesalter.

1833 gründete er ein Asyl für entlassene weibliche Strafgefangene. Er ernannte Friedericke zur Vorsteherin. Außerdem erichtete er eine Strickschule,eine Kleinkinder Schule und das dazugehörige Kleinkinder Lehrerinnenseminar um die Bildung der Kinder und Jugendlichen zu verbessern und um Straffälligkeiten zu vermeiden.

1836 gründete er eine evangelische Pflegeschule, da die Verhältnisse in den Krankenhäusern so schlecht waren. Anstelle von Pflegerinnen waren dort Wärter angestellt und somit die Patienten größtenteils auf sich alleine gestellt. Diese Schule sorgte für Verbesserung der pflegerischen Zustände. 1841 eröffnete er ein Seminar für Lehrerinnen.

Friederike Fliedner

1842 verstarb seine Frau Friederike. Sie leitete bis dahin die Diakonissenanstalt und das Mutterhaus in Kaiserswerth.

Zweite Ehe

Er gründete ein Waisenstift für Mädchen aus den mittleren Ständen. Ein Jahr später heiratete er Karoline Bertheau, die die Arbeit von Friedericke fort führte. Aus der Pastoralgehülfenanstalt, die 1844 in Duisburg entstand, ging die heutige Theodor Fliedner Stiftung hervor. Er begleitete 1846 die ersten Diakonissen in ein Krankenhaus nach England und Nordamerika. Sein Amt als Pfarrer gab Fliedner 1849 ab,damit er sich stärker sein Werk widmen konnte.

1851 ging er mit Schwestern nach Jerusalem in Israel. Dort gründete er das Mädcheninternat Talitha Kumi.

Danach eröffnete er noch eine Heilanstalt für weibliche Gemütskranke in Kaiserswerth.

Lebenswerk

1861 feierte er das 25-jährige Jubiläum des Diakonissenwerkes. Es umfasste 88 Stationen im Ausland und 26 eigenständige Häuser. Theodor Fliedner starb am 4.10.1864 in Kaiserswerth.

Theodor Fliedner Stiftung

Die Theodor Fliedner Stiftung ist eine privatrechtliche Stiftung mit den Schwerpunkten Alten- Kranken- und Behindertenhilfe mit ihrem Hauptsitz in Mülheim an der Ruhr, die im Jahre 1844 als eine "Pastoralgehülfen- und Diakonenanstalt" in Duisburg gegründet wurde. Die "Diakonenanstalt Duisburg" war Ausbildungsstätte männlicher Diakone.

Heute betreibt die Fliedner Stiftung 28 Einrichtungen in fünf Bundesländern.

Literatur

  • Dietmar Kruczek: Theodor Fliedner: Mein Leben, für das Leben. Eine Biographie über den Gründer der Kaiserswerther Diakonie; Neukirchen-Vluyn: Aussaat, 2002; ISBN 3761550057 <a href="javascript:Pick it!ISBN: 3761550057"><img style="border: 0px none ;" src="http://www.citavi.com/softlink?linkid=FindIt" alt="Pick It!" title='Titel anhand dieser ISBN in Citavi-Projekt übernehmen'></a>

Weblinks