Schreibaby, manchmal auch Schreikind wird ein sonst gesunder Säugling genannt, der überdurchschnittlich oft und lange schreit. Das Schreien wird außerdem als unstillbar eingestuft. Da das Phänomen zumeist nach den ersten drei Lebensmonaten verschwindet und kolikartige Bauchbeschwerden als Ursache unterstellt werden, wird es häufig auch mit den Bezeichnungen Dreimonatskolik, Trimenonkolik oder Säuglingskolik benannt.


Ursachen

Zur Ursache gibt es bisher nur Theorien und keine bewiesenen Tatsachen. Mit dem Schreien von Säuglingen verhält es sich ähnlich wie mit dem Schreien von Erwachsenen: Wie Erwachsene wollen so genannte Schreibabys auf sich aufmerksam machen und ihre Bedürfnisse anzeigen. Früher wurden permanente Quengelei, ständiges Weinen und anhaltendes Schreien von Säuglingen mit den Dreimonatskoliken erklärt. Heute gehen Experten davon aus, dass Schreibabys mehr Probleme haben als andere, Reize aus ihrer Umwelt zu verarbeiten. Ihnen gelingt die Interaktion mit ihren Eltern noch nicht, denen sie ihre Bedürfnisse mitteilen wollen. Dabei haben Babys ihre eigene Tonlage: Mit lautem und ungeduldigem Weinen signalisieren sie meist, dass sie Hunger oder die Hose voll haben. Heftige und schrille Schreie bedeuten oft Schmerzen oder Blähungen. Andere Ursachen für Quengelei können sein: Hitze, Kälte, eine verstopfte Nase, Müdigkeit oder Langeweile. Eltern kann es helfen, ein Schrei-Tagebuch zu führen. Zeigt sich daran eine Regelmäßigkeit, können sie sich den Ursachen systematisch nähern. Die Schreiphase selbst kann beispielsweise dadurch überbrückt werden, dass Eltern mit dem Säugling im Kinderwagen spazieren gehen.


Umgang der Eltern mit Schreibabys

Eltern können mit der Zeit lernen, die „Schrei-Sprache“ ihrer Säulinge zu verstehen. Dies gelingt aber nicht immer, und manchmal wissen Eltern keinen Rat mehr: Weder Tragen oder Bauchmassagen noch entblähende Tropfen gegen das vermeintliche Bauchweh sind die passende Antwort.

Sicher ist zwar, dass Säuglinge ihre Eltern nicht piesacken wollen. Ihre Unruhe hat immer einen Grund. Wenn aber dieser Grund nicht festgestellt und ausgeschaltet werden kann, schreit das Kind weiter und Eltern können bald mit den Nerven am Ende sein. Dann sollten sie sich nicht scheuen, neben der medizinischen Abklärung auch soziale Hilfen in Anspruch zu nehmen:

  • Entlastung z.B. der Eltern gegenseitig, durch andere Familienangehörige oder "Babysitter" (eine Auszeit nehmen)
  • offene Gespräche im privaten Umfeld
  • fachliche Beratung, z.B. durch die Hebamme oder Beratungsstellen (Pro Familia, Caritas, Diakonie und andere)

siehe auch

Weblinks


Wikipedia-Logo.png vgl. Wikipedia: "Schreibaby"