Gebäudereinigung ist im Gesundheitswesen eine wichtige Dienstleistung. Dort ist sie entweder Teil der Hauswirtschaft oder an externe Dienstleister übertragen. Ein Teil der Tätigkeiten von Gebäudereinigern gehört seit alters auch zu den Reinigungsarbeiten (Hausarbeit) der eigenen Wohnung in privaten Haushalten. Wer anderen gegen Lohn dabei hilft, hat hergebrachte Berufsbezeichnungen wie Reinigungsfrau, Reinmachfrau, Putzfrau, während die offizielle Bezeichnung als Gebäudereiniger/Gebäudereinigerin vielen Menschen kaum über die Lippen kommt. Als Euphemismus wird auch von der Perle gesprochen. Weite Teile des Berufsfelds werden überwiegend und traditionell von Frauen ausgefüllt. In neuerer Zeit ist auch zu beobachten, dass illegal beschäftige AusländerInnen diese Tätigkeiten ausüben. Teilzeit- und Minijobs, Arbeitszeiten in den Randstunden der Tage / Bürostunden sind verbreitete Formen der Tätigkeit.

Geschichte des Berufs

Im Jahre 1878 gründete der Franzose Marius Moussy in Berlin sein "Französisches Reinigunginstitut", das sich auf dier Glasreinigung spezialisierte. Auch ehemalige Mitarbeiter Moussys machten sich später selbstständig und gründeten in anderen Städten weitere Reinigungsfirmen. Ab dieser Zeit wuchs das Glasreinigungsgewerbe stetig und ist als Handwerksberuf seit 1934 staatlich anerkannt[1]. Derzeit sind circa 2600 Gebäudereinigungsbetriebe in Deutschland in Handwerks-Innungen zusammengefasst. Gebäudereiniger bekommt nach dreijähriger dualer Berufsausbildung bzw. der Prüfung einen Gesellenbrief. Danach kann sie/er auf eine Meisterprüfung vorbereiten und diese ablegen.

Arbeitsfelder

  • Fassaden- und Fensterputzen, Glasreinigung
  • Laufende Flächen- (Verkehrsflächen-, Boden-) und Unterhaltsreinigung von Einrichtungsgegenständen
  • Entleerung von Abfallsammelgefäßen
  • Graffitientfernung
  • spezielle Bereiche der Krankenhausreinigung
  • Schädlingsbekämpfung
  • Dekontaminationsarbeiten
  • Freiflächenreinigung
  • Teppichreinigung
  • Bau-, Bauendreinigung
  • Desinfektionen von Flächen oder Räumen

und andere.

Dafür benötigt sie/er Fachkenntnisse, um die verschiedenen Formen von Schmutz (Staub, Verunreinigungen) mit den effektivstens Mitteln und Geräten zu beseitigen (Reinigungstechnik (bzw. Teil der Versorgungstechnik)). Zur modernen professionellen Gebäudereinigung gehört auch als übergeordnete Tätigkeit/Dienstleistung das Facility-Management, die komplette Instandhaltung eines Gebäudes (also z. B. auch die Tätigkeiten eines Haushandwerkers, Hausmeisters).

Bezahlung, Mindestlohn, Schwarzarbeit

  • Der Lohntarifvertrag für die gewerblich Beschäftigten in der Gebäudereinigung vom 29. Oktober 2009 regelt Höhe des Lohns pro Stunde (Tarifvertragspartner ist die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt, IG BAU)
  • Für Innen- und Unterhaltsreiunigungsarbeiten gilt der Lohn der Lohngruppe 1 als allgemeinverbindlicher Mindestlohn, der seit dem 10. März 2010 in den westlichen Bundesländern 8,40 Euro und 6,83 Euro in den neuen Bundesländern beträgt[2]. Der Mindestlohn gilt nur für Betriebe, die überweigend Gebäudereiniger Dienstleistungen erbringen. Der Mindestlohn wurde rechtlich dadurch möglich, dass die Gebäudereiniger-Branche in die Bestimmungen nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz aufgenommen wurden (zurzeit 850.000 gewerblichen Arbeitnehmer).
  • Schwarzarbeit ist eine nicht bei den zuständigen Behörden angemeldete bezahlte Tätigkeit, also Lohnarbeit ohne Abführung von Steuern und Sozialabgaben mit einem weitgehend rechtlosen Status der Beschäftigten und deren Arbeitgeber (Haftung für den Beschäftigten). Die Übergänge zwischen legaler und illegaler Beschäftigung können scheinbar fließend sein, wenn ein Teil der Leistungen legal erbracht wird.

Quellen

  1. Anerkanntes Handwerk
  2. (Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne für gewerbliche Arbeitnehmer in der Gebäudereinigung, TV Mindestlohn vom 29. Oktober 2009 in Verbindung mit der Zweiten Verordnung über zwingende Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung vom 3. März 2010

Weblinks

Reinigung im Privathaushalt:

Verbände/ Organisationen:

Normen:

Siehe auch

Literatur

  • Jörg Alt: Leben in der Schattenwelt; Problemkomplex illegale Migration. Neue Erkenntnisse zur Lebenssituation 'illegaler' Migranten in München und anderen Städten Deutschlands. Loeper, Karlsruhe 2003, ISBN 3860594990 .
  • Daniela Bergdolt, Katharina Högel: Tagesmütter, Haushaltshilfen, Au-pairs. Rechtlicher Rat und praktische Tipps. DTV-Beck; 2000; ISBN 3423056738
  • Margaret Horsfield: Der letzte Dreck. Von den Freuden der Hausarbeit. Verlag Rütten & Loening, 1999. 272 Seiten - Rütten & Loening. ISBN 3352006210 (Urspr. in USA erschienen. Die Arbeit ist sehr viel gründlicher als der amüsiert klingende Titel ! Dort auch weitere Lit.angaben )



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