Der Begriff des Urvertrauens stammt aus der Psychoanalyse, wird aber auch in der Psychologie, Psychotherapie, Psychiatrie und Soziologie verwendet. Das Urvertrauen wie auch das Urmisstrauen prägen die Charakterbildung des Menschen und seine Beziehung zu anderen. Nach Erik Erikson sind die ersten Lebensmonate und Lebensjahre für das Gefühl des Menschen entscheidend, welchen Situationen und Personen er vertraut und welchen nicht.

Urvertrauen oder Urmisstrauen entsteht vor allem durch die Erfahrungen im Kleinkindalter. Durch liebevolle Fürsorge können Eltern Kindern Vertrauen und innere Sicherheit vermitteln. Dadurch können diese eine positive Einstellung zu sich und ihre Umgebung entwickeln; Urvertrauen bildet die Grundlage für das Vertrauen in die eigene Person, in andere Menschen und in die Welt.

Nähe und Geborgenheit können Kleinkindern dadurch vermittelt werden, dass Eltern mit ihnen sprechen, sie auf den Arm nehmen und beruhigen, wenn sie schreien. Ebenso gehört dazu, Kinder mit der Umwelt vertraut zu machen, auch wenn sie noch nichts zu verstehen scheinen. Kleinkinder brauchen das Gefühl, dass sie sich auf die Zuwendung der Eltern verlassen können. Ihre Nähe und Zuwendung kann von Anfang an eine beruhigende Wirkung auf Kinder haben.

Durch Lieblosigkeit oder Vernachlässigung kann die Entwicklung des Urvertrauens gestört werden und das Kind Urmisstrauen ausbilden. Folgen des Urmissvertrauens können sein: schnellere Resignation und Unsicherheit in Konflikten, Mutlosigkeit neuen Aufgaben und Widerständen entgegen zu treten, Minderwertigkeitsgefühl und Depressionen, Verschlossenheit gegenüber dem persönlichen Umfeld und Unfähigkeit zu verlässlichen Partnerbindungen.


Weblinks

Elternbriefe.de