Die Wachtherapie wird vor allem bei Patienten mit bipolaren Störungen und bei Patienten mit ausgeprägten Schlafstörungen angewandt. Die Therapie besteht darin, den Patienten über 24 Stunden, teilweise sogar länger, wach zu halten (kompletter Schlafentzug), so dass dieser danach wieder zu einem adäquaten Schlaf-Wach-Rhythmus (Biorhythmus) zurück findet. Ein anderer Ansatz der Wachtherapie geht davon aus, dass im Schlaf, vor allem in den frühen Morgenstunden, depressionsfördernde Substanzen freigesetzt werden. Hier wird zum partiellen Schlafentzug gegriffen, der Patient wird zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens geweckt und muss wach bleiben.

Der Effekt der Wachtherapie hält leider nur sehr kurz an (wenige Tage bis ca. 1 Woche), so dass diese regelmäßig wiederholt werden muss, bis andere Therapiebausteine greifen. Die Wachtherapie kann bis zu zwei mal wöchentlich angewendet werden.

Für das durchführende Personal der Wachtherapie, meist Pflegepersonal, bedeutet diese Dauerstress: der Patient bedarf einer 1:1-Betreuung, denn schon ein kurzes Einnicken des Patienten kann den Effekt der Wachtherapie beeinträchtigen.