Forschungsethik

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Die Forschungsethik befasst sich mit der Realisierung von Geltung der allgemeinen Werte (Menschenrechte, Menschenwürde) im Zusammenhang mit Forschung


Forschungsethische Prinzipien

  1. Der Forscher muss begründen können, warum Forschung zu seinem Thema notwendig ist.
    • (Auf der Höhe des Problems)
    • Ethik der Forschergemeinschaft: Ergebnisse anderer beachten
    • keine "Datengräber" produzieren (keine Daten erheben, die man gar nicht auswertet)
  2. Der Forscher muss erklären können, was das Ziel seiner Forschung ist, und unter welchen Umständen der Proband aufgefordert ist mitzuwirken. (siehe inform consent)
    • (Zustimmung von und Information über Forschung an Proband): Ziel und Umstände
      • wo und wann findet Interview statt
      • so formuliert, dass der Proband es verstehen kann (nicht: "Wir machen Interviews in verschiedenen Settings" sondern "Wir möchten uns mit Ihnen unterhalten")
  3. Der Forscher muss das methodische Vorgehen explizieren können
    • (denn Forschungsmethoden sind nicht ethikneutral)
    • Forschungen, die Menschen quälen, führen zu Wahrheiten, die man nicht benutzen darf.
  4. Der Forscher muss einschätzen können, ob seine Forschungtätigkeit ethisch relevante positive oder negative Folgen für den Probanden hat.
    • Traumatisierung = schlimme Ereignisse aus der Vergangenheit werden durch Verhalten anderer schmerzhaft aufgerufen
    • Probanden sind Menschen die sich bereiterklärt haben, an einer Forschung teilzunehmen.
    • Das Fragebegehren löst mehr aus, als uns eigentlich interessiert.
    • Sie Fragen den Probanden, aber es antwortet der Mensch . Man kann also mit Fragen Dinge "auslösen", die man gar nicht bedacht hat (= ethisches Verhältnis)
  5. ethische Prognose
    • der Forscher muss vor der Durchführung seines Vorhabens die durch die Realisierung möglicherweise auftretenden Verletzungen und Schäden abschätzen können
    • Dies macht die ethische Kompetenz des Forschers aus
    • (Ob diese Ereignisse wirklich eintreten, ist völlig irrelevant)
    • Gefahr: ethische Stigmatisierung = Verallgemeinerung von ethischen Problemen auf die gesamte Gruppe (zB: "Schwangere Frauen sind emotional aufgewühlt -> und daher kann man sie gar nicht Befragen").
  6. ethische Prävention
    • Der Forscher muss aufgrund der von ihm nach Einschätzung aus Punkt 5 gefundenen möglichen Risiken eine ethische Prävantion vornehmen
    • welche Schutzmaßnahmen sollen ergriffen werden ?
    • über Krisenintervention nachdenken und vorbereiten
    • Forscher nimmt Kriseninterventionen möglichst nicht selber vor
  7. Der Forscher darf keine falschen Aussagen über den Nutzen seiner Forschung abgeben
    • der Forscher darf nicht lügen
    • (Täuschung des Probanden)
    • vor unklaren Aussagen hüten: "ich will den Menschen helfen", denn der Nutzen der Forschung kann (darf) darin bestehen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt werden (Selbstzweck)
  8. Der Forscher muss die geltenden Datenschutzubestimmungen beachten
    • als Daten gelten zB: Fragebögen, Verlaufskurven, Tonbände, Meinungen...
    • Personenbezogene Daten müssen anonymisiert werden
    • Datenschutz umfasst: wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse
    • sicher Aufbewahrung: Daten müssen so aufbewahrt werden, dass keine unbefugten Personen Zugang haben. (verschlossenes: Auto, Büro, Schreibtisch, Wohnung,)

siehe auch

Literatur

Weblinks