Sondenkost ist jedes Nahrungsmittel, das über eine Magensonde (nasogastrale oder PEG) verabreicht wrden kann. Es kann zwar jedes vorstellbare Getränk (Vorsicht bei Kohlensäure) und jede gut flüssige Speise per Sonde gegeben werden. Meist handelt es sich jedoch um industriell gefertigte Flüssignahrung (von Laien manchmal auch Astronautenkost genannt), die bestimmte Kriterien erfüllt.

Anforderung an Sondenkost

  • Nährstoffreich
  • gut verträglich
  • Unterschiedlicher Kaloriengehalt und ggf. Diabetikerkost möglich
  • ersetzt oder ergänzt die normale Nahrung
  • muß alle Nahrungsbestandteile in ausgewogenem Verhältnis beinhalten:
    • Kohlenhydrathaltige Energieträger (Zucker, Stärke)
    • fetthaltige Energieträger (pflanzliche/tierische Fette, mittelkettige Triglyceride)
    • Proteine
    • Spurenelemente
    • Vitamine
    • Mineralsalze

Grundprinzipien bei enteraler Ernährung

(siehe dazu auch den Hauptartikel Enterale Ernährung)

  • Einwilligung des Patienten ist maßgebliche Voraussetzung für das Legen einer Sonde und für jede einzelne Verabreichung von Nahrung und Medikamenten.
  • Häufigkeit und Zusammensetzung der Gabe von Sondenkost wird vom Arzt angeordnet.
  • Langsamer Aufbau: zu Anfang wird in der Regel mit 6 X 50 ml begonnen, dies kann gesteigert werden bis zu 12 X 250ml tgl.
  • Die Mahlzeitenhäufigkeiten werden erst dann gesteigert, wenn die vorherige Einnahme der Sondenkost über 24 Stunden komplikationslos verlaufen ist.(Erbrechen, Diarrhoe), optimal sind 6 – 8 Sondenmahlzeiten zu je max. 300 ml.
  • Empfehlenswert ist jedoch gerade zu Beginn der Umstellung die langsame kontinuierliche Applikation von Sondennahrung über 15-20 Stunden, da Sondenkost nicht als Essen, sondern als spezielle Ernährungsform angesehen werden sollte.
  • Bei Komplikationen wird die Sondenkostration auf die vorher gegebene Menge zurückreduziert
  • Angebrochene Sondenkost sollte schnell verbraucht werden und darf nicht längere Zeit offen stehen: Es besteht die Gefahr der Kontamination von Bakterien
  • Nach Verabreichung der Sondenkost muss immer mit ungesüßten Getränken, am Besten mit Wasser, nachgespült werden (das Spülen mit Tee kann Beläge im Schlauch hinterlassen, die Nährboden für Krankheitserreger darstellen).
  • Mundpflege und Parotitisprophylaxe gewinnen an Bedeutung, wenn die natürlichen Mund-/Schluckbewegungen und Speichelproduktion nicht mehr durch orale Ernährung aktiviert werden.

Vorteile enteraler Sondenernährung

Im Gegensatz zu parenteraler Ernährung über einen venösen Zugang birgt die Ernährung über eine enterale Sonde weniger Komplikationen und ein geringeres Infektionsrisiko. Es entwickelt sich, je nach Kost, keine Darmatrophie und die physiologische Darmflora bleibt weitgehend erhalten.

Komplikationen

  • Singultus (Schluckauf), Erbrechen und/oder Diarrhoe können ausgelöst werden durch zu schnelle Verabreichung der Sondenkost, Luftbeimengungen/kohlensäurehaltige Getränke, zu kalte Sondenkost
  • Verstopfen der Sonde, z.B. bei Gabe von süßen Speisen, Getränken
  • Patient kann erbrechen, Gefahr der Aspiration) besonders bei reduziertem Schluckreflex

Verabreichung von Sondenkost

  • ärztliche Anordnung beachten
  • Material bereitstellen:
    • Sondenkost (auf Art und Zustand überprüfen),
    • Tee oder (besser) Wasser (beides in Blasenspritzen),
    • leere Blasenspritze zum aspirieren,
    • Stethoskop,
    • Unterlage,
    • Verschlußklappe der Magensonde oder PEG wenn nicht vorhanden,
    • Mundpflegeset
    • ( Weitere Materialien siehe unten. Zusammenstellung der Materialien kann auch erst später erwähnt werden, vor dem Punkt – Legen einer Magensonde )
  • Sondenkost evtl. anrühren
  • Patient informieren
  • Oberkörperhochlagerung, diese beibehalten bis ca. 30 min. nach Nahrungsaufnahme
  • Bei Bewusstlosen möglichst halbsitzende Lagerung
  • Mundpflege anbieten
  • Patientenschutz
  • Sondenkost bereithalten (vorgeschriebene/gewünschte Temperatur beachten)
  • Stöpsel der Magensonde entfernen
  • Aspirieren von evtl. unverdauter Nahrung.
    • Bei Aspiration von über 100 ml Nahrung, keine weitere Nahrungszufuhr
  • Langsame Gabe der Sondenkost
  • Zuletzt Gabe von Wasser zum Durchspülen der Sonde
  • Sonde mit Verschlussklappe schließen
  • Mundpflege/Nasenpflege anbieten
  • Material entsorgen
  • Dokumentation
  • Patient auf Unverträglichkeit beobachten


Zur Verabreichung der Sondenkost muß ein bestimmter Zeitplan eingehalten werden, dieser ist individuell auf den Bedarf des Patienten abzustimmen, wenn möglich auch auf Zeitvorgaben der Station.

Weblinks



siehe auch