Normalerweise herrscht ein Gleichgewicht zwischen den über 500 Bakterienarten und den Hefepilzen im Mund.

Durch Antibiotika oder starke Abwehrschwäche sind oft vermehrt Hefepilze vorhanden, besonders die Art Candida albicans, die sich gern auf vorgeschädigter Schleimhaut ansiedelt.

Ist nur die Mundschleimhaut betroffen, ist die Candidose vergleichsweise harmlos, kann aber durch unangenehmen Geschmack und Brennen beim Essen zu unzureichender Nahrungsaufnahme führen. Soor kann sich auf den Verdauungstrakt (z.B. Soor-Oesophagitis) oder die Atemwege ausweiten. Bei einem chronischen Verlauf kannn der Patient z.T. massive Beschwerden bekommen.


Risikofaktoren

  • Mundtrockenheit z.B. durch längeres Atmen durch den offenen Mund (bei Atemnot, Rhinitis oder Schlaf-Apnoe)
  • Schlechter Allgemeinzustand, besonders bei Abwehrschwäche und Vorerkrankung der Mundhöhle
  • Zuckerhaltige Ernährung – Zucker begünstigt Candidosewachstum
  • Antibiotikaeinnahme
  • Diabetes mellitus
  • Verwendung cortisonhaltiger Aerosole
  • Zytostatika-Therapie

Maßnahmen

Abwehrfunktionen der Mund- und Rachenschleimhaut fördern und stärken:

  • Regelmäßige Mundhygiene, um Speisereste zu entfernen
  • Viel trinken, um Mundschleimhaut feucht zu halten
  • Speichelfluss anregen durch gründliches Kauen (ggf. möglichst zuckerfreie Kaugummi, Gummibärchen u.ä. anbieten bzw. über die Angehörigen besorgenlassen)
  • Auf Anordnung prophylaktisch ein lokales Antimykotikum geben
  • Anfeuchten der Mundhöhle bzw. Mundspülung (aber nicht mit Kamille, da dies die Schleimhaut der Mundhöhle austrocknet)
  • Lippen eincremen

Prophylaxe war erfolgreich, wenn:

  • Mundschleimhaut (wieder) feucht-rot
  • Mundhöhle (wieder) frei von Schleim oder Speiseresten
  • Zunge (wieder) frei von Belägen
  • Der Patient kann schmerzfrei kauen und schlucken.

siehe auch