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Trachealkanüle (Außen- und Innenkanüle)

Die Trachealkanüle wird in das Tracheostoma eingesetzt.


Kanülen

Es gibt verschiedene Kanülensorten die sich durch Materialart, Form und Funktion unterscheiden. Hinsichtlich der Funktionsweise unterscheidet man zwischen blockbaren (Beatmungskanüle) und nicht blockbaren (Bronchialtoilette) Kanülen. Der Sitz einer Trachealkanüle sollte zu Beginn und auch im Verlauf regelmäßig endoskopisch kontrolliert werden, um eventuelle Schädigungen der Trachea (Knorpeleinbrüche und Stenose) frühzeitig zu erkennen. Eine Trachealkanüle soll regelmäßig auch visuell kontrolliert und gereinigt (eventuell gewechselt) werden. In der Regel sollte im Intensivbereich eine Trachealkanüle innerhalb eines zehntätigen Intervalls gewechselt werden. Trachealkanülen aus Kunstoff oder Silber können unter laufendem Wasser mit einer Kanülenbürste gereinigt und wieder eingesetzt werden.

Silberkanüle

wird nicht mehr verwendet, da sie aufwändig in der Aufbereitung und mittlerweile durch das MPG nicht mehr vertretbar ist. Die Plastikkanülen sind sicherer und haben sich mehr und mehr durchgesetzt.

Plastikkanülen

Es gibt zahlreiche verschiedene Kanülenarten, grundsätzlich können sie aus Folgendem bestehen: - dem Cuff ( innerer, weicher Pastikring, der nach Platzierung in der Trachea mit Luft "aufgeblockt" wird. So wird eine feste und gesicherte Platzierung gewährleistet und vor Aspiration geschützt. Es empfiehlt sich, den Cuff regelmäßig mit dem Cuffdruckmesser zu überprüfen, um keine Druckulzerationen innerhalb der Trachea zu "züchten" oder gar eine schlechte Beatmung zu riskieren, denn dabei würde Luft aus dem Mund wieder austreten) - der Kanülenanatomie selbst - Führungsstück - Überlaufventil ( Die Kanülenart Sucionaid besitzt unter anderem eine dünne Verbindung, die überhalb des Cuffringes liegt. Übermäßig produziertes Sekret (Speichel)kann bei diesem Modell auch hierrüber abgesaugt werden!) - Fixierungsösen (Trachealkanülenbändchen; in den ersten Tagen/Wochen wird es meistens zusätzlich vernäht. Achtung: Infektionsrisiko!)

Tracheoflex

Tracheoflex wird meist bei Langzeitbeatmung verwendet, da sie elastisch ist.


Wechseln einer Trachealkanüle


Günstigerweise zu zweit.

Grundsätzlich: - neue gleichgroße Kanüle - 10 ml Spritze - sterile Handschuhe - Trachealspreizer - vorbereiteter Absaugkatheter - Cuffdruckmesser - Kompressen

Je nach Wachheitszustand und Wesen des Patienten auch: - vorherige Applikation eines Analgetikums - Sedativum - Information

Wechsel: - Zieht sich sterile Handschuhe an und lässt sich vom Helfer die geöffnete sterile Verpackung der neuen Kanüle anreichen (ersteres überprüfen auf Materialschäden etc.)Der Helfer appliziert nun 10 ml Luft in den Cuff, der Wechsler überprüft den Cuff auf Dichtheit, der Helfer zieht die Luft wieder ab. Nun löst der Helfer das Trachealbändchen, saugt evtl. noch einmal Trachealsekret ab, entblockt die alte Kanüle und zieht diese, während der Wechsler die neue Kanüle einsetzt bemüht sich der Helfer um ein zügiges blocken, legt das Trachealkanülenbänchen neu an und reinigt ggf. mit der Kompresse nach (blutet sehr leicht). Anschließende Dokumentation über Kanülenart, Wechseltag, CH... etc.

Siehe auch

Weblinks