Der Multimorbidität und den oft sehr komplexen Krankheitsbildern älterer Patienten, den Alterssyndromen, steht immer wieder die Forderung nach einem möglichst einfachen, wenig zeitaufwendigen diagnostischen Verfahren gegenüber, damit dieses auch in der allgemeinen Arztpraxis bei möglichst vielen Personen durchgeführt werden kann und die Patienten nicht zu sehr belastet werden.

Instabilität oder Immobilität seien als Beispiele für gravierende Einschränkungen im Alter genannt, die nicht zwangsläufig vorhanden sind (Altern ist eben kein Defizitmodell), wenn aber - dann wirken sie sich auf das gesamte Verhalten und Erleben der alten Person aus. Jemand der öfter stürzt, wird seinen Alltag evtl. massiv umstellen/einschränken. In der Pflege ist die Aufgabe zur Gesundheits-Beratung von kranken oder bedrohten Personen unumstritten. Diese Beratung setzt aber erst einmal die Kenntnis von einer Gefahr voraus, die Prävention oder Prophylaxe oder eigenes Tätigwerden (nach der Beratung) sinnvoll erscheinen läßt. Zum Beispl. Hüft-Protektoren zu tragen oder systematischen Muskelaufbau therapeutisch anzustreben.

Im geriatrischen Assessment wird in einem ersten Schritt (Screening) gefragt (mittels Fragebogen) ob Einschränkungen z. B. beim Sehen und Hören, Beweglichkeit oder der soziale Unterstützung auftreten.

Sind Problembereiche vorhanden, sollte ein umfassenderes Basis-Assessment als zweiter Schritt folgen. Auch hierfür ist der Zeitaufwand gut überschaubar - ca. 30-45 Min.


In diese Testreihe gehört der Up and Go-Test. Seine Aussagen können zwar allein betrachtet werden, gewinnen aber vor dem Hintergrund der unklaren Genese von Alterssyndromen ein anderes diagnostisches Gewicht, wenn alle Test berücksichtigt werden können.

Er überprüft: Verständnis einer einfachen Alltagsaufgabe, die Fähigkeit allein aufzustehen und sich hinzusetzen. Wenige Schritte zu gehen und ohne Sturz umzudrehen.

Das Ergbenis gibt Hinweise auf: Gangunsicherheiten, kognitive Einschränkungen, riskante Bewegungsabläufe, Gleichgewicht und Kreislaufbelastbarkeit (z. B. bei Hypotonie)

Zeitaufwand: ca. 1 - 2 Min. (je nach Dauer der Einweisung)

Materialien: Stuhl mit Armlehnen, gerade Wegstrecke ca. 4 m. Kreide oder Abklebband.

Auswertung: Ungefährer Zeitaufwand in Sekunden. Einschränkungen durch Hemiparese oder Nutzung von (durchaus erlaubten) Hilfsmitteln.


Testgüte: - Angabe fehlt -


Genaue Anweisungen finden sich bei AGAST (1997) im Anhang - siehe Literatur.

Literatur

Arbeitsgruppe Geriatrisches Assessment AGAST (1997) Geriatrisches Basisassessment. Red.: M. Bach u. a. - 2., aktualisierte Aufl - München, MMV(Schriftenreihe Geriatrie-Praxis). ISBN 3-8208-1309-8. S. 41 - 43.

siehe auch

ATL Sich Bewegen, Mobilität, Nürnberger Altersinventar, Sturzrisiko, Tinetti, Risiko-Skalen in der Pflege und Geriatrie, NES