Lagerung

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Unter Lagerung versteht man meist eine pflegerische Maßnahme, bei der der Patient mit Hilfe des Pflegepersonals und eventuellen Hilfsmitteln eine bestimmte andere Körperhaltung einnimmt bzw. umgelagert wird. Dies dient zur Prävention, da Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung beinhaltet sind und man dem Patienten die wichtigen und eigenen Bewegungen ermöglicht bzw. passiv übernimmt. Es kann auch der Ersten Hilfe (z. B:. Unterstützung der Atmung) oder der reinen Bequemlichkeit des Patienten dienen.

Derzeit wird über den Begriff "Lagerung" diskutiert*, da er eine passive Perspektive fördert. Man einigte sich daher z.B. im Expertenstandard Dekubitusprophylaxe auf den Begriff "Positionsunterstützung". (* wer, wo - bitte noch ergänzen.)

Ziele

Lagerungen in der Pflege haben unterschiedliche, zum Teil einander ergänzende, Aufgaben:

  • die Bequemlichkeit beim Ruhen zu fördern
  • Unterstützung um eine optimale Körperhaltung zu gewährleisten
  • Unterstützung bei alltäglichen Bedürfnissen,
  • Schmerzen z. B. bei Frakturen zu lindern
  • die Dekubitusprophylaxe zu unterstützen
    • Vorbeugung von Gewebsschädigungen, z.B. dem Dekubitus bei Immobilität.
      • Die Dekubitusprophylaxe hat zum Ziel, beim Patienten den Liegedruck zu vermeiden und seinen Körper durch richtiges Lagern zu entlasten
  • Scherkräfte zu vermeiden
  • Feuchteabtransport zu gewährleisten und Wärmestaus zu vermeiden
  • Spastik zu vermindern oder zu vermeiden
  • physiologische Bewegung anzubahnen (bei komatösen Patienten)
  • Entstehung von Kontrakturen entgegen zu wirken
    • Die Kontrakturenprophylaxe ist eine pflege- und physiotherapeutische Art der Lagerung, wobei Fehlhaltungen, Gelenkfehlstellungen und Bewegungseinschränkungen vermieden werden sollen
  • Wahrnehmung fördern
  • Pflegerische Maßnahme zur Unterstützung der Atmung ( Atemerleichterung ), sowie zur Atelektasen- und Pneumonieprophylaxe.
    • Brustkorb von Gewicht des Schultergürtels entlasten
    • Sekretanschoppung verhindern
    • Dehnung des Oberkörpers, das die Lungenareale belüftet werden
      • Belüftung der hinteren Lungensegmente
      • Belüftung der seitlichen Thoraxbereiche
      • Belüftung der Lungenspitzen
    • Erleichterung der Sekretentleerung
    • Infektionen vorbeugen
  • In der Geburtshilfe spielt die richtige Lage der Gebärenden zur Beeinflussung der Kindslage eine wichtige Rolle.
  • Prophylaxe von Nervenschädigungen, z.B. dass bei der OP die Arme beim Auslagern in den Schultergelenken nicht überstreckt werden, da sonst die Gefahr einer Schädigung des Plexus brachialis besteht.
  • Diagnostische und therapeutische Lagerungen, Z.B. Steinschnittlage

Grundsätze

Sie sind zumeist Teil der Grundversorgung, speziell der Prophylaxe. Grundsätze:

  • je weicher die Lagerungsfläche (Matratze, Kissen), desto schlechter die Körperwahrnehmung (CAVE! Antidekubitusmatratzen bei spastischen Patienten verstärken die Spastik)
  • wenn möglich, auf den Einsatz verzichten und Lagerungskissen verwenden
  • Antidekubitusmatratze ersetzt nicht die regelmäßige Lagerung des Patienten, Entstehung von Dekubitus trotzdem möglich
  • Druck erzeugt Gegendruck, also keine harten Gegenstände verwenden (Bettkiste, in die Hände gelegte Gegenstände o.ä.)
  • mit provisorischen Hilfsmitteln wie zusammen gerollten Decken oder Kopfkissen durchgeführte Lagerungen sind nicht optimal, aber besser als Verzicht auf Lagerung
  • Rückenlage oder Lagerung im Langsitz vermeiden bzw. nur zu therapeutischen Zwecken kurzzeitig einsetzen (Besser: Lagerung im Pilotensitz, z.B. für logopädische oder ergotherapeutische Therapie)
  • Lagerung bildet den Abschluss einer pflegerischen Intervention bei immobilen Patienten (damit Patient nicht durch Abwehrbewegung die Lage verändert)
  • auch beatmete Patienten müssen gelagert werden!

zur Dekubitusprophylaxe

Lagerungen, die die Dekubitusprophylaxe unterstützen sind des weiteren:

  • 30 Grad Lagerung
  • 5 Kissenweichlagerung
  • 135° Lagerung
  • Lagerung nach Bienstein
  • Bauchlage

Der Lagerungswechsel sollte alle 2-3 Stunden erfolgen. Die Zeitvorgabe sollte hierbei der Orientierung dienen und nicht als schematisches Maß betrachtet werden. Der Schwerpunkt liegt auf den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen. Es sollte im Zusammenhang mit der Pflegeprozessplanung ein Lagerungsplan erstellt werden, die Lagerungen sind zu dokumentieren.

Die Herzbettlagerung

- Unterstützung der Atmung durch die Unterpolsterung der Arme

- Die Vorlast des rechten Herzens wird gesenkt

- Beruhigende Wirkung durch Stützung des Körpers

- Guten Überblick über Vorgänge in der Umgebung

- größeren Aktionsradius

weitere Lagerungen zur Prophylaxe:

  • Oberkörperhochlagerung in Winkeln von 30°, 60°, 90°,wird z.B. bei Herz- und Lungenerkrankungen durchgeführt. Hilfestellung beim Essen und Trinken - eine aufrechte Körperhaltung unterstützt den physiologischen Transportweg der Nahrung durch die Speiseröhre und verhindert ein Verschlucken.
  • Atemerleichternde Lagerung: Reitsitz, Kutschersitz, Sitzen mit aufgestützten Armen. Bei Asthmaanfall angewendet.
  • Diese Lagerungen werden am häufigsten bei Pneumonieprophylaxe und Dekubitusprophylaxe angewendet.
    • Drainagelagerung-(Lagerungsdrainagen) dient der Erleichterung der Sekretentleerung. Verbessert die Lungenbelüftungund beugt Atelektasen sowie Infektionen vor.
    • Dehnlage- ist eine Seitenlage, dient der Atemerleichterung.
    • Seitenlage im Winkel 30°, 90°
    • Minimallagerung 30°
    • 135° Lagerung
    • V-Lagerung
    • T-Lagerung
    • A-Lagerung
    • I-Lagerung
    • Mikrolagerung
    • Nestchenlagerung zur Bewusstseinsförderung, diese Lagerung dient dem z.B. Bewusstlosen oder Wahrnehmungsgestörten Pat. seine Körpergrenzen und Körperformen intensiv wahrzunehmen. Auch dient sie zur Beruhigung und dem Gefühl von Geborgenheit bei psychomotorischen Unruhen und Angstzuständen.

Beispiel.jpg==Diagnostik/ Operationen==

  • Rückenlage z. B. Versorgung von Patienten mit Frakturen....
  • Flachlagerung bei Wirbel- oder Beckenfrakturen.
  • Bauchlage z. B. Bandscheibenoperationen...
  • Seitenlage z. B. Thoraxchirurgische Eingriffe...
  • Steinschnittlage z. B. zur chirurgischen Behandlung oder zur Durchführung diagnostischer und therapeutischer Verfahren oder Eingriffe.
  • Lagerung auf dem Extensionstisch z. B. Versorgung von Frakturen.
  • Sitzende Position z. B. Neurochirurgische Eingriffe..
  • Hochlagerung z. B. der Beine im 20° Winkel wird durchgeführt um den venösen Rückstrom zu steigern, bei Schädelhirntrauma wird der Kopf hoch gelagert.

Erste Hilfe

  • Stabile Seitenlage – In der Ersten Hilfe soll die Stabile Seitenlage der bewusstlosen Person einer Aspiration von Erbrochenem vorbeugen. Durch das Anziehen des unten liegenden Knies und die Abstützung des Oberkörpers mit dem Oberarm wird eine Bauchlage ebenso verhindert wie ein Zurückrollen des Körpers auf den Rücken. Der überstreckte Kopf wird unterhalb des Kiefers mit einer Hand gepolstert und stabilisiert.

Lagerungshilfen

  • Antidekubitus Matratzenauflagen in Fellstruktur aus waschbarer Schurwolle( zB Lanamed , Shear Comfort)
  • Antidekubitus-Matratze (Wechseldruckkissen)
  • Weichlagerungsmatratzen
  • Komfortlagerungssystem
  • Felle (Natur) -> Synthetische NICHT ERLAUBE lt. MDS
  • Fellkappen für Ellenbogen und Fersen -> NICHT ERLAUBT lt. MDS
    • Alternativ dazu Wasserkissen oder mit Wasser gefüllte Handschuhe -> NICHT ERLAUBT lt. MDS
  • Schaumstoffunterlagen oder Matratzen
  • Lochmatratzen
  • Wasserkissen (37-39 Grad Celsius) -> NICHT ERLAUBT lt. MDS
  • komplette Wassermatratzen sind zulässig
  • Emulsions- oder Gelkissen
  • Sandsack
  • Ulmer Lagerungsset (Polystyrol-Schaumstoffkugeln)
  • Mikrofaserkissen mit Füllung aus Polystyrolkugeln und Halbvakuum
  • Lagerungskissen
    • Hirsekissen
    • Spreukissen
    • Roßhaarkissen
    • Fersenring -> NICHT ERLAUBT lt. MDS
    • Knierolle
    • Schaumstoffkeil
  • Stillkissen

Information über die und Dokumentation der Lagerung

  • Vor jeder Lagerung muss der Patient informiert werden.
  • Es wird ein Lagerungsplan erstellt (individuell auf jeden Patienten).
  • Jede Durchführung einer Lagerung wird dokumentiert.
  • Der Lagerungsplan mit zeitlichen Angaben ist ein Bestandteil der Pflegedokumentation.
    • Die Lagerungsplanung ist sinnvoll zu kombinieren mit den anderen pflegerischen Tätigkeiten oder auch Therapiemaßnahmen, z.B. Essens-, Besuchs- und Schlafzeiten bei der Planung berücksichtigen.
  • Lagerungspläne müssen in kurzen Abständen überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Siehe auch

Lagerungstherapie zur Prophylaxe oder Therapie von pulmonalen Funktionsstörungen: [1]

Literatur

  • Pschyrembel Wörterbuch Pflege

Verlag: de Gruyter 1. Auflage, rschienen 2003 in Berlin und New York bearbeitet von: Susanne Wied und Angelika Warmbrunn

  • PFLEGE HEUTE

Verlag: Elsevier, URBAN & FISCHER 3. Auflage, erschienen Juli 2004 Autoren: Lektorat Pflege und Dr. med. Nicole Menche

  • Pflege des Menschen

Verlag: Brigitte Kunz Verlag 3. Auflage, erschienen 1998 von: Mechthild Seel

Medien

DVD Video "Bewegtes Lagern" ISBN 978-3-928568-41-8 Verlag Zimmermann

Weblinks