Mit einer Stellenanzeige wird ein Bewerbungsanreiz öffentlich gemacht. Das ist nicht selbstverständlich, da viele Stellenbesetzungen ohne Ausschreibung erfolgen. Eine Anzeige ist immer auch zugleich eine Werbeaussage für/über eine Instituiion unabhängig von der aktuell freien Position. Im Gegensatz zu Stellenangeboten für Führungskräfte, die evtl. auch in überregionalen Tageszeitungen und in Fachzeitschriften zu finden sind, steht die "normale" Stellenanzeige fast immer in der lokalen Presse. Es gibt auch hier ein neues Medium, die Internet-Stellenbörse auf der eigenen Website oder bei einem überbetrieblichen Stellenportal (auch der Arbeitsagenturen).

Auf eine Annonce gibt es im Prinzip drei Antworten:

  1. Sie wird totz Suche nach einer derartigen Stelle beiseite gelegt.
  2. Sie löst Fragen aus, z. B. an Kolleginnen oder die angegebene Kontaktstelle.
  3. Sie führt zu einer Bewerbung.

Print- und Online-Anzeigen für welche Zielgruppen

Es gibt sie noch, die Stellenanzeige in den Zeitungen oder Fachzeitschriften, obwohl die Anzeigen in den Internet-Stellenbörsen eine immer größere Bedeutung haben.

Bei Printanzeigen steht der Arbeitgeber vor der Entscheidung, ob er in einer überregionalen Zeitung inserieren und BewerberInnen suchen möchte (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche, Welt, Handelsblatt) oder in einer regionalen Zeitung (zum Beispiel Ostfriesenzeitung, Hamburger Abendblatt). Wer langfristig plant und bei der Stellenbesetzung keine Eile hat, kann seine Anzeige auch in einer Fachzeitschrift platzieren. Dadurch sind die Lesenden fast automatisch Angehörige des Fachpublikums.

Online-Anzeigen in den Jobbörsen sind kostengünstiger, und es geht alles viel schneller: Es sind keine Fristen einzuhalten und man kann den Text online übermitteln. In großen Stellenbörsen sind alle Branchen bundesweit vertreten, auch die Pflege, wie zum Beispiel .stepstone.de oder monster.de, aber es gibt auch regionale Stellenbörsen, die sich beispielsweise auf den sozialen Bereich bzw. auf ambulante Pflege spezialisiert haben.

Beispiel-Stellenanzeige

Epikurs Garten ist ein privates Altenheim. Wir pflegen, betreuen und versorgen alte Menschen. Aber das ist nicht alles. Wir nehmen uns Zeit für Gespräche, mit jedem Einzelnen, aber auch in Gesprächskreisen, wo jeder mitmachen kann.


Wir suchen sofort eine(n) examinierte(n)

Altenpfleger(in)

als Vollzeitkraft, 40 Stunden, unbefristeter Arbeitsvertrag.

Sie haben Berufserfahrung, auch in der Sterbebegleitung

Sie arbeiten selbständig und eigenverantwortlich

Sie besitzen Empathie und können zuhören

Sie machen ihre Arbeit mit Herz und Verstand

Sie sind körperlich belastbar und emotional stabil

Zu Ihren Aufgaben gehören:

  • Grund- und Behandlungspflege
  • Pflegeanamnese erheben
  • Prophylaxen anwenden
  • Pflege von Sterbenden
  • Einbeziehung der Angehörigen
  • Anleitung von Pflegehilfskräften

Mit den Konditionen werden Sie zufrieden sein. Wir zahlen ein leistungsgerechtes Gehalt und bieten gute Sozialleistungen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Online-Bewerbungen bitte an: [email protected]

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie unseren Pflegedienstleiter, Herrn Kranz an: 040 xxxxxxx.

Altenheim Epikurs Garten, Kantstr.1, 20097 Hamburg ____________________________________________________________________________________________________

Quelle:Praxisbuch Personalmanagement in der Pflege[1]

Bemerkungen zum Aufbau des Beispiels

Das Beispiel folgt dem klassischen Aufbau vieler Anzeigen.

  1. Knappe Information über die Institution
  2. Stellenbezeichnung und gewünschter Arbeitsumfang
  3. Antrittsdatum (sofort möglich, aber nicht als Bedingung formuliert)
  4. Anforderungsprofil an die Person des Bewerbers /-erin
  5. Künftige Aufgaben
  6. Angebotene Bezahlung und sonstige Arb.bedingungen
  7. Hinweise zum Bewerbungsverfahren
  8. Ansprechperson, weitere Auskünfte

Die Anzeige ist geschlechtsneutral und altersunabhängig formuliert. Ein Schlussdatum für die Bewerbung wird nicht genannt.

Bemerkungen zum Inhalt des Beispiels

Die Heimgröße und die evtl. Stationen wird nicht genannt. Das kann zwei Gründe haben: es ist sehr klein oder die Größe wird im Umfaled als bekannt vorausgesetzt. Bewerber sollten sich dazu vorab anderweitig kundig machen.

Dass es in der Einrichtung Gesprächskreise gibt, kann mit dem Menschenbild oder der Führungsphilosophie des Betreibers zusammenhängen. Wahrscheinlich ist das selbst ein Anknüpfungspunkt für die Bewerbung, wenn man das gut findet oder Näheres dazu erfahren möchte.

Es fällt auf, dass dieser Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist und wahrscheinlich auch keinem größeren Verband gleichartiger Arbeitgeber angehört. Allerdings kann das dazu führen, dass über viele Punkte des Arbeitsvertrags extra gesprochen werden muss, wenn sich jemand gegenüber ihrer/seiner jetzigen Position nicht verschlechtern möchte. Das beginnt bei der Gehaltshöhe.

Beachtlich ist auch die Aufzählung, was zu den Aufgaben gehören soll, weil sich darin neben Selbstverständlichem auch weniger oft genannte Punkte befinden. Vielleicht liegt es daran, dass es bei diesen Punkten in jüngster Vergangenheit Konflikte in der Einrichtung gab. (Wer ins seinen Arbeitszeugnissen oder mit seiner Berufserfahrung darauf indirekt antwortet, die/der punktet hierzu unausgesprochen.)

Eine Ansprechperson aus der Pflege wird ausdrücklich genannt - auch das ist nicht selbstverständlich.

Weblinks

Literatur

Siehe auch