Führen bedeutet allgemein: eine Arbeit (Produktion oder Dienstleistung) unter fachlichen Gesichtspunkten planen, die Durchführung betriebswirtschaftlich steuern, Zwischen- und Endergebnisse kontrollieren, Feedback zur Motivation der Mitarbeitenden nutzen und neue Ziele setzen. Das könnte auch als Managementkreislauf bezeichnet werden. In der Pflege erfolgt die Dienstleistung überwiegend durch die Mitarbeitenden - daher geht es bei Führung vorrangig um Personalführung.

Dazu müssen auch Kommunikative Fähigkeiten (Social Skills, wie Leidenschaft, Lernfähigkeit in und durch Krisen und andere Charakterstärken) der Schicht- oder Stationsleitung, Pflegedienstleitung(PDL), Abteilungsleitung oder Pflegedirektion kommen, einerseits innerbetrieblich aber mindestens so wichtig auch die Präsentation nach außen (das ist hauptsächlich: Werbung). Dazu gehört ein beständiger Blick auf KundInnen und die Geschäftsbeziehung mit ihnen.


Führungsaufgaben

kurze Aufzählung

Die Führungsaufgaben sind dabei:


  • Ziele der Arbeit der Pflegenden definieren (Rahmen für ...) - und konkret Arbeitseinteilung, Dienstanweisungen

Kooperation ermöglichen

    • intern z. B. regelmäßige Besprechungen; Probezeit überwachen; Personalentwicklung; auch erledigte Fehler / Fehlverhalten von MA vergessen können
    • mit KooperationspartnerInnen; z. B. Arztpraxen, externe Reinigungsfirma müssen lfd. Informationen ausgetauscht werden.
  • Motivieren (auch: Zielvereinbarung, Vergütung dem Leistungsniveau anpassen; Weiteres s. u.)
  • Die Arbeit (hier eine Dienstleistung) unter fachlichen Gesichtspunkten planen = Arbeitsvorbereitung. In der Pflege vor allem durch die Pflegeplanung. Dabei besteht die Führungsaufgabe nicht im Erstellen der Pläne sondern in der Organisation ihrer Erstellung! Die tägliche Umsetzung findet in der Arbeitseinteilung (normalerweise durch direkte Vorgesetzte wie Stationsleitung/WBL) statt.
  • die Durchführung nach betriebswirtschaftlichen und pflegefachlichen Kriterien steuern. Dazu müssen Zwischen- und Endergebnisse kontrolliert werden.
    • Erstellung und Anwendung von Pflegestandards (Qualitätssicherung; Richtlinien zur Durchführung der Einzelmaßnahmen; damit aber zur Qualität der gesamten Pflege)
    • Erstellung und Anwendung von Organisationsstandards bzw. Dienstanweisungen für Routine- und Notfall-Abläufe.
    • Zwischenergebnisse im Rahmen des Qualitätsmanagements kontrollieren (Evaluation, Pflegevisite)
    • Endergebnisse kontrollieren und zur Berechnung an andere Dienststellen weitermelden
  • Edukative Beiträge (im Sinne von Erwachsenenpädagogik, berufl. Päd.)
    • fachl. Anleitung, Einarbeitung, Anleitung von Azubi´s/SchülerInnen
    • Wiederholung von Sicherheitshinweisen
    • Motivation (das tägliche freundliche Wort, regelmäßige Besprechungen aller Ebenen mit einander, lieber etwas zuviel Lob als einmal Etwas zu übersehen, Blumenstrauß am Geburtstag, mal einen "freien Tag" schenken, Betriebsklima verbessern)
    • Fortbildung (im Sinne von Personalentwicklung und kurzfristig bei anstehenden Problemen)
    • Führung durch Umhergehen (Management by walking) - durch Präsenz
    • Feedback zur Motivation der Mitarbeitenden nutzen und neue Ziele setzen
  • Außenvertretung (den Rücken frei halten, Aufträge an Land ziehen, Umgang mit Angehörigen, organisatorisch, rechtlich)

Aufgaben auf den verschiedenen Führungsebenen

Der Anteil der Aufgaben am Arbeitstag einer Schichtleitung oder PDL wird unterschiedlich umfangreich sein. Aber jede dieser Aufgaben entsteht überall.

Wirkung auf die Patient- / BewohnerInnen-Situation

Jede Personalführung hat Auswirkungen auf die Patient- / BewohnerInnen-Situation. Möglichst positvie Auswirkungen sind erwünscht. Und genau deshalb, nur deshalb, findet sie statt:

  • sie ermöglicht jeweils neue indiv. Zieldefinition(-en)
  • Zuhören wird möglich für Pflegende und für vorgesetze Pflegende
  • die Interessen der anderen BewohnerInnen können akzeptiert/berücksichtigt werden
  • die KundInnen erleben Sicherheit
  • vermittelt Lösungen im Sinne der KundInnen (Lösung von Organisations-, Pflege- oder zwischenmenschlichen Problemen)

Siehe auch:

Literatur

  • Bernhard L, Walsh M: Leiten und Führen in der Pflege. Mosby. 1997.
  • Eichhorn Siegfried: Krankenhausbetriebslehre. Seit 1967 ff viele Auflagen. Kohlhammer, Stuttgart. (Der Klassiker fürs Krankenhausmanagement)
  • Eisenreich/ BALK (2002): Handbuch Pflegemanagement. Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied, ISBN 3-472-04841-7
  • Dézsy J, Schwanzer H, 1993: Einführung in das Krankenanstaltenmanagement. Springer, Wien u. a. ISBN 3211824626
  • Fischer Wolfgang, 1999: Führungswissen in der Pflege. LB mittl. Führungsebene im Krhs. Kohlhamer, Stgt. 258 S.
  • Herdecke, Geschäftsführung für den Pflegebereich, 1987, 98 4. A.: Pflegehandbuch. Handbuch für Pflegende im Gemeinnützigen Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Pflegebereich des … Selbstverlag, Herdecke.
  • Hoefert H W: Führen im Krankenhaus. Hogrefe, Göttingen. 1997.
  • Kämmer Karla; Schröder Barbara (Hrsg.): Pflegemanagement in Alteneinrichtungen. 1998 3. Auflage. Hannover, Schlütersche. ISBN 3877065791 (März 2006 - 4. Aufl.)
  • List, Karl-Heinz: Praxisbuch Prsonalmanagement in der Pflege, Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin, 2010
  • Prodins Gunter, 1987: Das Personalhandbuch als Führungsinstrument. Eine Anleitung fur Aufbau, Gestaltung u.Einführung. 91 S. Arbeitsh. Personalwesen, Bd 12. ISBN 3-7938-7770-1
  • Rosenstiel L, Regnet E, Domsch M E (Hrsg.): Führung von Mitarbeitern. Stuttgart, 1993.
  • Sattelberger Thomas: Die lernende Organisation: Konzepte für eine neue Qualität der Unternehmensentwicklung. 3. Aufl. Wiesbaden, Gabler. 1996 oder auch von ihm: Handbuch der Personalberatung. 1999. ISBN 3406442676 .
  • Wolfgang Schäfer/Peter Jacobs: Praxisleitfaden Stationsleitung. 2.A. ISBN 3-17-018250-1 .
  • Schein Edgar H.: Unternehmenskultur: ein Handbuch für Führungskräfte. Frankfurt, New York, Campus. 1995.
  • Taylor Frederick Winslow, 1911: Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung. 156 S. (Ein Klassiker der arb.teiligen Organisation)

Weblinks