Es existieren leicht unterschiedliche Listen von Aktivitäten des täglichen Lebens( abgekürzt: ATL) bzw. Aktivitäten des täglichen Lebens und existentiellen Erfahrungen des Lebens (abgekürzt: AEDL), die sich ständig auf eine Person auswirken. Gelegentlich wird auch die englische Abkürzung ADL = activities of daily living verwendet.

Hier zunächste ein Beispiel nach Monika Krohwinkel aus dem Jahr 1984. Es ist weit verbreitet. Es entstand aus verschiedenen Vorarbeiten (vgl. Lit). Daneben die Juchli-Liste.

Aktivitäten und existenzielle Erfahrungen des Lebens:
  1. Kommunizieren
  2. Sich bewegen
  3. Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten (Atmen … )
  4. Sich pflegen
  5. Essen und Trinken
  6. Ausscheiden
  7. Sich kleiden
  8. Ruhen und Schlafen
  9. Sich beschäftigen (Aktivität, sinnvolle Tätigkeiten, Arbeiten, Spielen)
  10. Sich als Frau bzw. Mann fühlen und verhalten
  11. Für eine sichere Umgebung sorgen
  12. Soziale Bereiche des Lebens sichern
  13. Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen
Aktivitäten des täglichen Lebens nach Liliane Juchli:
  1. wach sein und schlafen
  2. sich bewegen
  3. sich waschen und kleiden
  4. essen und trinken
  5. ausscheiden
  6. Körpertemperatur regulieren
  7. atmen
  8. für Sicherheit sorgen
  9. Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen
  10. kommunizieren
  11. Kind, Frau, Mann sein
  12. Sinn finden im Werden, Sein, Vergehen (auch: Lebenssinn, Sinnkrise, sterben)

Verbreitet und vergleichbar sind auch noch die 12 Lebensaktivitäten (LA) nach Nancy Roper und die universellen Selbstpflegeerfordernisse (USPE) nach Dorothea Orem. Die Benennung der einzelnen ATL unterscheidet sich bei den verschiedenen AutorInnen geringfügig. Immer steht der Versuch dahinter Körper(somatisch), Psyche und Persönlichkeit als Ganzes zu erfassen. Durch die Beobachtung dieser (oder ähnlicher) Aspekte soll die Reduzierung der Pflege auf einen symptomorientierten Reparaturbetrieb verhindert werden.

Dahinter stehen unterschiedliche religiöse und geisteswissenschaftliche Konzepte oder Modelle. Liliane Juchli gründete auf den Vorarbeiten von Virginia Henderson und Nancy Roper.

Die Verknüpfungen in der obigen Tabelle stellen keine Wertung der beiden Konzeptionen dar. Sie erfolgen rein pragmatisch.


Siehe auch

  • Christine Sowinski: Die „persönliche Gebrauchsanweisung" erleichtert das Miteinander von Klienten und beruflichen Pflegenden (Der individuelle Tagesablauf; mit Kopiervorlage für ein Ausfüllformular). In: Pro Alter 1/2008:40:43-47 (C. Sowinski erklärt die Bedeutung individueller Gewohnheiten von Heimbewohnern. Sie hat eine einfache Kopiervorlage erstellt, anhand derer Mitarbeitende von Altenpflege-Einrichtungen die wichtigsten Lebensgewohnheiten alter Menschen in Erfahrung bringen können... . Sozusagen die ATL an einem Tag.)