Der Wadenkrampf tritt beim Sport auf, aber auch gelegentlich nachts ganz ohne erkennbaren Anlass, also spontan. Dahinter steht das solange anhaltende Zusammenziehen der gesamten Wadenmuskulatur bis massive Schmerzen ausgelöst werden. Die für das Zusammenziehen der Wade zuständigen Nerven im Muskelgewebe "spielen verrückt". Auslöser könnten auch Kälte- oder Wärmereize sein. Z. B. kommen beim Schwimmen die Muskelbelastung und die Kälte als Auslöser zusammen. Nächtliche Wadenkrämpfe sind sehr häufig; viele Menschen, Frauen etwas häufiger als Männer, haben sie schon erlebt. Nerven lassen die Muskeln sich in schneller Folge ruckartig zusammenzuziehen. Die dadurch mechanisch gereizten Dehnungsrezeptoren in den Sehnen sollen den Muskel wieder entspannen. Daraufhin lässt der Muskel kurz locker, zieht sich aber bei weiterem "Nervenalarm" sofort wieder zusammen. Deshalb ist die Überdehnung der Fußsohle ein akut wirksames Mittel dagegen. Nach einigen Sekunden oder wenigen Minuten geht die peinigende Attacke von alleine vorbei – in Extremfällen können feine Muskelfaserrisse zurückbleiben.

In der Regel ist dieser Krampf harmlos, auch wenn er sehr schmerzhaft ist. Als Ursache für die vorübergehende Fehlfunktion der Nerven kommt ein Mangel an Elektrolyten im Muskelgewebe in Frage. Hierfür werden in erster Linie Magnesium und Kochsalz genannt. Ursache dafür kann Flüssigkeitsmangel sein, etwa nach starkem Schwitzen. Auch Abführmittel haben ähnliche Effekte. Entsprechend schafft die Einnahme von Wasser mit Magnesiumtabletten, Kochsalz oder Elektrolytgetränken Erleichterung. Ob die prophylaktische Einnahme von Magnesium am Abend wirklich wirkt, ist wissenschaftlich nicht bewiesen. Die Magnesium-Wirkung halten Neurologen nur bei Schwangeren für nachgewiesen. Dabei geht es um hohe Dosen, die kontinuierlich eingenommen werden. Nachgewiesen wirksam seien nur Chininpräparate, die aber wegen diverse Nebenwirkungen nicht als Dauermedikation in Betracht kommen. Auch lokale Wärme ist ein sehr gutes Mittel gegen die Krämpfe, also ein Umschlag mit einem erwärmten Handtuch am betroffenen Bein, denn sie führt schnell zu einer besseren Durchblutung des "wild" spielenden Muskels.

Weitere mögliche Ursachen: Wadenkrämpfe, die häufig auftreten, können ein Symptom sein für Leberzirrhose, Nierenversagen, Schilddrüsenunterfunktion oder eine verminderte Nebennierenrindenfunktion. Medikamente wie Betablocker oder die Antibabypille können den Wadenkrampf, bzw. die dahinter stehende Elektrolytverschiebung im Blut, evtl. auch hervorrufen. An sie ist, bei häufigem Auftreten, durch den Arzt zu denken.

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