Vene

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Die Vene, im Plural/Mehrzahl: die Venen, sind Blutgefäße mit i.d. R. sauerstoffarmem Blut. In anatomischen Bezeichnungen wird das lateinische Wort Vena (Abk.: V.) und der Eigennamen/Ort des Gefäßes (Beispiel: V. subclavia = Schlüsselbeinvene) verwendet. Der korrekte Plural lautet Venae (Abk.: Vv.) und erfordert eine Deklination des Venennamens (Beispiel: V. pulmonalis = Lungenvene -> Vv. pulmonales = Lungenvenen).

Definition

Eine Vene ist ein Blutgefäss, das Blut zum Herzen, meistens zur rechten Herzhälfte, transportiert. Lediglich die Lungenvenen transportieren das Blut zum linken Herzvorhof.

Die teilweise verbreitete Definition, dass Venen immer sauerstoffarmes Blut transportieren, ist nicht ganz richtig. Hier bilden die Lungenvenen die Ausnahme, da sie sauerstoffreiches Blut von der Lunge zum Herzen transportieren. Ihre Benennung folgt dem benachbarten anatomischen Teil des Körpers (also eine Ortsangabe). Dies ist eine Unterscheidung, die im Alltag kaum eine Bedeutung hat.

Venen stellen etwa 50 % der Transportwege des Blutes im Kreislauf dar.

Anatomie

Die Wand der Blutgefäße besteht im wesentlichen aus drei Schichten:

  • Intima
  • Media
  • Adventitia

(Vgl. dazu den Artikel Blutgefäß)

Die Venen gehören zu den Niederdruck-Gefäßen des Kreislaufes, deshalb sind die Gefäßschichten im Vergleich zu denen der Arterien dünner und lockerer aufgebaut.

Klappen

Venen haben im Gegensatz zu Arterien, Kapillaren und Venolen Klappen (halbmondförmige Taschenklappen), die als Ventile wirken und nur eine Blutströmung in Richtung rechtes Herz (herzwärts) zulassen. Lediglich die großen Venenstämme und die Organvenen sind i.d.R. klappenlos, besonders zahlreich sind die Venenklappen in den tiefen Venen der unteren Körperhälfte.

tiefe und oberflächliche Venen

Die Venen der Extremitäten sind in zwei Systeme eingeteilt, die über Verbindungsvenen miteinander verknüpft sind. Die tiefen Venen verlaufen zusammen mit Arterien und Nerven und liegen größtenteils in die Muskulatur eingebettet, wogegen die oberflächlichen Venen nur im lockeren Unterhautbindegewebe liegen und nicht dem Verlauf der Arterien zugeordnet sind.

Praxisbezug

  • Blutentnahmen erfolgen üblicherweise aus Venen (nur in besimmten Situationen auch aus Arterien).
  • Entsprechend der Richtung des Blutflusses punktiert man Venen mit Venenverweilkanülen (ZVK, etc.) immer herzwärts.
  • Der Druck in Venen, die i.d.R. zur Blutentnahme oder für Venenverweilkanüleen punktiert werden, ist normalerweise gering, so dass nach Punktion bzw. Entfernen der Venenverweilkanüle keine starke Kompression nötig ist. Es genügt den Patienten aufzufordern den Tupfer auf die Punktionsstelle zu halten. Bei zu starkem Pressen ist oft kein Blutfluss in der Vene mehr möglich und somit auch kein ausreichender Verschluss des Einstichs.

Erkrankungen

Literatur

  • Schiebler, Schmidt u. a.: Anatomie. Zytologie, Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie des Menschen ; unter Berücksichtigung des Gegenstandskatalogs Berlin, Springer Verlag, 1997 - 7. Aufl. ISBN 3540618562

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